1. Frauschaft - 2. Bundesliga-W
Saison 2017/18

  Name, Vorname DWZ
ELO
Rd1
Rd2
Rd3
Rd4
Rd5
Td6
Rd7
Pkt
%
 1 WIM Kozlova, Olga 1995
-
-
             
 2 Kickert, Germaine Helene (G) 1911
0
             
 3 Mönster, Madita (G) 1866
1
             
 4 Aden, Dagmar (G) 1739
1
             
 5 Wallat, Jessica (G) 1710
1
             
 6 Janiesch, Maike (G) 1762
-
-
             
 7 Silber, Stefanie 1657
-
-
             
 8 Wollscheid, Stefanie 1639
½
             
 9 Kohls, Vera 1583
-
-
             
10 Wenke, Andrea 1560
½
             
11 Sinnhöfer, Lilian 1465
-
-
             
12 Schlueter, Ulrike 1428
-
-
             
13 König, Emmilie 1140
-
-
             
14 Theermann, Claudia 995
-
-
             
 
Ergebnis
  4              


Frauenteam 2017 mit Germain Kickert, Stefanie Wollscheid, Andrea Wenke, Dagmar Aden und Jessica Wallat nach dem Doppelsieg in Steinfurt.

Orkanausläufer genutzt: Doppelsieg!
Bericht von Andrea Wenke und JH zur ersten Doppelrunde der 2. Frauenbundesliga am 14.+15.10.2017 in Steinfurt
Nachdem der Klassenerhalt in der Vorsaison erst in den letzten Runden gesichert werden konnte, sollte für die Frauen des Delmenhorster Schachklubs in diesem Jahr alles besser werden. Und es wurde besser, wie die Ergebnisse der am Wochenende im Westfälischen Steinfurt erfolgten Doppelrunde zeigen: Zum einen  trat eine mit den Gastspielerinnen Madita Mönster (SK Wildeshausen) und Jessica Wallat (VfR Heisfelde) verstärkte Mannschaft an, die zum anderen mit großem Kampfes- und Siegeswillen agierte.

So entfachten die Delmestädterinnen im Auftaktspiel gegen die an den oberen Brettern klar stärker aufgestellten Spielerinnen des SV Heiden einen Sturmlauf, der durchaus an die Ausläufer des Orkans „Xavier“ erinnerte. Den keineswegs zu erwartenden Punktereigen eröffnete die Mannschaftsführerin Andrea Wenke mit einem Start-Ziel-Sieg ohne große Gegenwehr. Am anderen Mannschaftsende, dem Spitzenbrett, zerlegte Germain Kickert die gegnerische Stellung der FIDE-Meisterin (WFM) Mariana Plass mit kraftvollen Zügen. Gleich zwei entfernte Freibauern entschieden die Partie. Einen zwischenzeitlichen Dämpfer – Jessica Wallat fiel einer Kombination zum Opfer – kompensierte Stefanie Wollscheid. Ein Mehrbauer und die Eroberung eines Turmes gegen eine Leichtfigur, unter Schachspielern als Qualitätsgewinn apostrophiert, stellten den Sieg sicher.
Den 3:1 Zwischenstand wertete Dagmar Aden mit einer Punkteteilung zu einem in dieser Form nicht erwarteten Mannschaftserfolg auf. Den Schlusspunkt setzte Nachwuchsspielerin Madita Mönster. Sie hielt an Brett zwei nicht nur einen Kampf auf Biegen und Brechen gegen die Internationale Meisterin Olina Hess stand, sondern es gelang ihr nach 5 Stunden Spielzeit einen Freibauern zu bilden, der Hess zur sofortigen Aufgabe veranlasste.

Zur zweiten Runde wurden unsere Frauen von der Aufstellung des SC Steinfurt überrascht: Trotz eines Heimspiels fehlten gleich fünf ihrer Topspielerinnen. Hier lag die Möglichkeit einer sensationellen Tabellenführung in der Luft, was zusätzlichen Motivationsschub gab.

Und tatsächlich, Schlag auf Schlag kam das hohe Ziel näher. Wieder hatte Andrea als erste ihr Spiel beendet, lieferte aber dieses Mal ein Remis ab. Jetzt verbesserten sowohl Jessica als auch Dagmar durch jeweils gewonnene Partien ihre Punktekonten. Zum Mannschaftssieg fehlte nun noch ein Pünktchen, und das steuerte Madita mit ihrem zweiten Erfolg bei. Nach der Zeitkontrolle hatte sie ihrer starken Gegnerin, WFM Jovana Miljkovic, zwei Bauern und auch noch die Qualität abgenommen, was diese veranlasste, ihr zum Sieg zu gratulieren.
Das gute Ergebnis rundete Stefanie mit einem Remis ab. Lediglich Germaine musste nach langem Kampf gegen WFM Natia Engels die Waffen strecken. Der Trost ist die Tabellenführung.


Nach diesem erfolgreichen Wochenende geht es am 17. Dezember weiter mit einem Auswärtsspiel beim SK Münster.
Zum dazugehörigen Artikel Delmenhorster Kreisblatts von Daniel Niebuhr -->hier

Saison 2016/17

Runde 5, Heimspiel am 12.02.2017 gegen SK Münster
    
Brett 1 Germaine - ½                                                             Brett 2 Anastasia - 1                                                             Brett 3 Stefanie - 1

Germaine, Anastasia, Stefanie, Ulrike, Andrea und Vera siegen 4½:1½ gegen SK Münster.
(Fotos Andreas Vollmer)
    
Brett 4 Vera - 1                                                             Brett 5 Andrea - 1                                                             Brett 6 Ulrike - 0

3 Mannschaftsfotos (2011 - 2014 - 2016)

Germaine

Frauenpower 28.02.2016
Andrea, Vera, StefanieS, Dagmar, StefanieW, Germaine, Anastasia

StefanieW
.

Anastasia

Frauenpower - 05.09.2014
Petra, Andrea, Stefanie, Claudia, Ulrike, Olga, Dagmar, Germaine, Vera

StefanieS
.

Dagmar

Frauenpower - 31.07.2010
Petra, Claudia, Vera, Andrea, Ulrike, Stefanie, ?, Maike
vorn: Olga, Dagmar, Germaine

Vera

Saison 2015/16
   
27. und 28.02.2016 in Heiden
Nach der 2-4-Niederlage gegen Horst-Emscher wurde die Saison mit einem versöhnlichen 3-3 gegen Heiden abgeschlossen (s. Bericht)


Heimspiel am 10.01.2016: Unsere Frauen mit Olga, Germaine, Dagmar, Maike, Stefanie W. und Stefanie S. siegen 3½:2½ gegen Steinfurt.
Stefanie (li.o.) markiert den Siegpunkt.
(Fotos Sven Wollscheid)
    

Klassenerhalt gesichert
Bericht von Andrea Wenke zur letzten Doppelrunde der 2. Frauenbundesliga am 27.+28.02.2016 in Heiden

Diese Saison hatten wir das Team durch unsere neue Gastspielerin Anastasia Erofeev verstärkt. Und so verliefen die ersten Runden für uns ziemlich gut, obwohl Olga und Maike oft nicht spielen konnten. Bis zur 5. Runde hatten wir nur einen einzigen Mannschaftskampf verloren und standen vor der letzten Doppelrunde sogar auf Platz 3 der Tabelle. Aber leider drohte uns theoretisch noch immer ein Abstieg aus der 2. Bundesliga, so dass es mal wieder auf die letzten beiden Runden ankam.

Auch an diesem Wochenende wollten wir mit einer guten Mannschaft auflaufen. Und so machten sich am Samstag Germaine, Dagmar, Stefanie W., Stefanie S., Vera und ich auf den Weg nach Heiden. Anastasia konnte den Samstag leider nicht, hatte aber sofort gesagt, dass sie für Sonntag nachkommen würde.
Mit guten Vorsätzen starteten wir in das Spiel gegen die Mannschaft aus Horst-Emscher, aber es kam anders als gewünscht. Stefanie S. stand zwar nach der Eröffnung ganz solide, ihre Gegnerin hatte einen Isolanie  und Stefanie einen leichten Vorteil. Leider machte Stefanie dann relativ früh einen Fehler und musste einen Materialverlust einstecken, der zur Aufgabe führte.

Vera hatte bereits im Auto auf der Hinfahrt befürchtet, dass sie gegen das junge Talent Otterpohl kommen könnte, die bereits in den vorherigen Runden sehr gut gespielt und sogar einer Titelträgerin ein Remis abgeluchst hatte. Wie sollte es anders kommen, sie wurde Veras Gegnerin. Aber Vera fand immer eine gute Erwiderung auf die Drohungen ihrer Gegnerin und konnte die Partie am Ende mit ungleichfarbigen Läufern mit einem Remis beenden.

Germaine verbrauchte aufgrund einer Zugumstellung in der Eröffnung bereits sehr viel Zeit. Ihre Partie war kompliziert. Kurz vor dem 40. Zug bei völlig ausgeglichener Stellung bekam sie in der Zeitnotphase ein Remisangebot, was angenommen wurde. Nun stand es schon 2 zu 1 für unsere Gegner.

Dagmar´s Gegnerin gab zu Anfang der Partie Läufer und Springer für einen Turm und zwei Bauern, anschließend wurde viel getauscht. Im Endspiel hatte Dagmar nur einzelne Bauern, aber das Läuferpaar und einen Turm gegen 2 Türme und Bauern. Sie hatte die Stellung allerdings so blockiert, dass ihre Gegnerin nicht viel machen konnte. Das Remisangebot wurde angenommen.

Stefanie W. hatte eine ganz normale Partie, in der nicht viel passierte und kaum Material getauscht wurde. Im Mittelspiel hatte sie ihrer Gegnerin einen Doppelbauern verpasst, aber auch das hat nicht viel erwirkt. Keiner konnte so richtig irgendwas machen und so endete auch dieses Spiel mit Remis.

Ich -Andrea- stand nach der Eröffnung recht gut und hatte einen schönen Angriff aufgebaut. Leider hatte ich dabei den Gegenangriff meiner Gegnerin unterschätzt und verlor eine Qualität. Nach langem Kampf konnte ich die Umwandlung eines Bauern nicht mehr verhindern und musste die Waffen strecken.

Ergebnis der 6. Runde Horst-Emscher – Delmenhorst : 4–2
Aber aufgrund der Ergebnisse der anderen Mannschaften bereits heute den Klassenerhalt gesichert, so dass wir Sonntag ganz entspannt in die letzte Runde gehen konnten.

Die letzte Runde gegen den Ausrichter des Wochenendes Heiden stand an. Verstärkt durch Anastasia durfte ich als Non-Playing-Captain diese Runde verfolgen. Für die Mannschaft aus Heiden ging es noch um den Klassenerhalt und damit standen sie im Gegensatz zu uns unter größerem Druck, während wir ruhig spielen konnten.

An den Brettern 5 und 6 konnten Stefanie S. und Vera relativ schnell jeweils einen ganzen Punkt für uns erspielen. Beide gewannen erst ein bis zwei Bauern und spielten dann ganz ruhig die Partie zum Sieg.
Bei Dagmar sah es dagegen leider nicht ganz so rosig aus. Mit einem Bauern weniger ist sie ja eigentlich eine Kandidatin, die den Gegnern trotzdem noch ein Remis abknüpft, diesmal hat es leider nicht geklappt.

Anastasia hatte eine ganz passable Stellung und wollte auch gerne gewinnen. Allerdings verbrauchten sie und ihre Gegnerin sehr viel Zeit im Mittelspiel, so dass keiner von beiden große Risiken in komplizierte Berechnungen eingehen konnte und diese Partie Remis endete.

Bei Stefanie W. hatte die Vorbereitung leider gar nicht gepasst, da ihre Gegnerin nach ewigen Zeiten einfach mal eine andere Eröffnung spielte. Der Plan war Stefanie opfert zu Beginn einen Bauern um Angriff zu bekommen und es kam genau andersrum. Nach einer kleinen Unachtsamkeit bekam ihre Gegnerin einen sehr starken Angriff, der mit Materialverlust einherging und Stefanie gab die Partie auf.

Nun Stand es 2,5 zu 2,5 und alles hing an Germaine, die am ersten Brett bereits seit dem 20. Zug mit akuten Zeitproblemen zu kämpfen hatte. Es sah zwischenzeitlich nicht gut aus mit zwei Bauern weniger, aber als ihre Gegnerin dann auch Zeitprobleme hatte, konnte Germaine ihre Stellung und das Material wieder verbessern. Im 41. Zug hatte Germaine dann nur noch einen Bauern weniger und kämpfte wie eine Löwin. Dies wurde letztendlich dann auch nach 5 Stunden Spielzeit mit einem Remis belohnt.

Ergebnis 3:3 und ein guter 4. Platz in der Endtabelle dieser Saison für uns!

An dieser Stelle möchte ich meinem Team für eine erfolgreiche Saison und dem Zusammenhalt und der guten Stimmung untereinander herzlich danken! Ich freue mich schon auf die nächste Saison.


"ARCHIV"
Saison 2014/15
Gezittert, gehofft, gebangt und letztendlich dann doch den Klassenerhalt geschafft
Bericht von Ulrike Schlüter zur letzten Doppelrunde der 2. Frauenbundesliga am 28.+29.03.2015 in Norderstedt

Es war mal wieder mal ein Krimi, der uns dieses Wochenende bevorstand. Sechs von acht Mannschaften kämpften noch gegen den Abstieg, darunter neben unserem Reisepartner Tura Harksheide auch die beiden Gegner Wattenscheid und Mühlheim. Mindestens eine der beiden Begegnungen gegen diese Teams musste daher unbedingt gewonnen werden.

Der Start des Wochenendes verlief allerdings schon stressig. Maike, Olga und Vera starteten direkt in Bremen, kamen ohne Probleme durch und waren bereits eine Stunde vor Spielbeginn in Norderstedt/Harksheide. Unser Weg führte aber direkt in den Stau auf der A1, so dass wir gerade noch pünktlich zum Spielbeginn am vermeintlichen Spielort eintrafen. Wahrscheinlich lag das an den vielen Spielern, die zur Bremer Einzelmeisterschaft nach Mahndorf fuhren.
Am Spielort trafen wir jedoch nur auf die drei auswärtigen Mannschaften sowie die Schiedsrichter, die alle schon längere Zeit verzweifelt einen Eingang in die Schule suchten. Vom Ausrichter leider keine Spur, auch telefonisch war er nicht zu erreichen.
Nach einer halben Stunde Warten stellte sich dann heraus, dass schlicht vergessen wurde, die Änderung des Spiellokals bekannt zu geben. Wirklich eine unnötige Aufregung bei der ohnehin schon angespannten Situation. Wer nun auf eine zerknirschte Entschuldigung gewartet, der bekam nur ein paar lockere Sprüche (so schlimm sei das ja alles nicht) zu hören.
Harksheide erhielt zwar eine Zeitstrafe von 30 Minuten, für uns allerdings eher vom Nachteil, da wir ja auf eine Niederlage von Wattenscheid hofften.
Auch die Verpflegung war im Gegensatz zu dem sonst bei Frauenkämpfen üblichen Angebot (Salat, verschiedene Getränke, Süßigkeiten, Kuchen, belegte Brötchen) doch eher bescheiden, so dass Andrea erst mal zum Bäcker geschickt wurde.

Doch nun Spiel gegen Mülheim:
(
Andrea und Ulrike waren zum Kiebitzen mitgefahren – und natürlich als moralische Unterstützung.)

An Brett 2 stand Germaine gut, aber beide hatten viel Zeit verbraucht. Ihre Gegnerin stellte dann allerdings in der Zeitnot einen ganzen Turm ein und somit war unser erster Punkt eingefahren.
Auch am Spitzenbrett sah es bei Olga nach der Eröffnung recht gut aus (sogar mit Bauerngewinn), sie hatte aber sehr viel Zeit dafür investiert. Dies sollte sich später noch rächen, als sie in hochgradiger Zeitnot und komplizierter Stellung einen Gegenschlag ihrer Kontrahentin übersah und aufgeben musste.
Ein ähnliches Schicksaal ereilte auch Vera und Dagmar, die beide ein Endspiel mit Minusbauern nach langem Kampf nicht halten konnten.
Auch bei Maike an Brett 4 sah es nach Überstehen der Zeitnot leider nicht gut aus. Mit nur noch 2 Minuten auf der Uhr konnte sie sich durch ein Figurenopfer aber noch ins Dauerschach retten. Damit war der Kampf zwar verloren, aber auch jeder halbe Brettpunkt mehr könnte zum Klassenerhalt reichen.
Lediglich bei Steffie sah es am Brett zunächst wirklich gut, später verflachte ihr Angriff aber etwas und auch diese Partie endete Remis. Endstand damit 2:4.
Parallel gewann Tura Harksheide gegen Wattenscheid trotz des Zeitnachteils knapp mit 3,5:2,5.

So war der Druck, unbedingt gewinnen zu müssen am Sonntag gegen Wattenscheid natürlich besonders groß. Zusätzlich mussten wir auch noch auf Germaine verzichten, die noch am Samstagabend nach Rotenburg aufgebrochen war, wo sie als Trainerin bei der Niedersächsischen Jugendmeisterschaft im Einsatz war.

Trotz allem lief der Kampf von Anfang an besser. Bei Andrea an Brett 6 war ein Sieg „Pflicht“, ihre Gegnerin war DWZ-los und wir konnten schon am Samstag beobachten, dass sie sehr viel Zeit für die Züge benötigte.
Genau so kam es dann auch und in der Zeitnot stellte sie 2 Bauern ein. 1:0 für den DSK! Fast zeitgleich konnte Olga an Brett 1 nach schöner Eröffnungsbehandlung einen wichtigen Sieg erreichen.
Nachdem Vera verloren hatte und Dagmar aufgrund sehr knapper Zeit das Remisangebot ihrer Gegnerin akzeptiert hatte, wurde der Kampf noch einmal spannend. Auch bei Maike sah es eher nach Remis aus, beide mussten jedoch auf Anweisung der jeweiligen Mannschaftsführer weiterspielen. Steffie kämpfte mit einem Minusbauern. Dann tauschte die Gegnerin von Maike die Damen, was forciert entscheidendes Material verlor. Auch Steffie konnte noch ein Remis erreichen, somit war der Klassenerhalt gesichert!
Auch die Wattenscheider konnten übrigens trotz der beiden Niederlagen feiern, da die beiden Aufsteiger (Quickborn und Horst-Emscher) die letzten beiden Plätze belegten.

Wir freuen uns auf ein weiteres Jahr - mittlerweile das achte! - 2. Bundesliga, das bestimmt wieder ähnlich spannend verlaufen wird.


2011/12: Bericht zur 3. + 4. Runde am 26./27.11.2011 in Kiel
(Andrea Wenke)

Mit einem geliehenem VW Caddy (7-Sitzer) machten wir uns am Samstagmorgen auf den Weg nach Kiel. Diesmal mussten wir leider auf Germaine und Maike verzichten, da für´s Studium viel zu tun war. Dafür hatten wir aber Olga und Dagmar mit dabei. Ulrike und ich wollten uns am 6. Brett abwechseln und spontan entscheiden wer an welchem Tag spielt. Mein Ziel oder Wunsch für dieses Wochenende war ein Unentschieden oder Sieg, wobei mir klar war, dass es sich als schwierig erweisen würde. In Kiel wurden wir wie immer sehr liebevoll empfangen und mit reichlich Essen und Getränken bewirtet. Dafür ein herzliches Dankeschön an die Kieler Mannschaft!

Samstag 26.11.2011: Kiel – Delmenhorst
Nachdem wir in Kiel angekommen waren, meldete sich der Vermieter, dass er später noch einen Termin hätte und wir doch am besten so früh wie möglich zur Wohnung kommen. Aus diesem Grund habe ich dann meine Mannschaft am Spielort abgesetzt, Ulrike mit der Mann-schaftsmeldung beauftragt und damit war dann auch klar, dass Ulrike heute spielen durfte. Während ich erst mal das organisatorische er-ledigt habe, haben die anderen ihre Partien begonnen. Als ich dann eine halbe Stunde nach Spielbeginn eintraf, sah noch alles „normal“ aus.

Vera Brett 3:
Vera spielte mit Weiß gegen Marthe Benzen und kam gut aus der Eröffnung. Die Partie war auch lange Zeit in der Remisbreite. Durch einen „dummen“ Stellungsfehler wurde allerdings ihre Bauernstruktur zerstört. Das wurde von Veras Gegnerin leider sofort ausgenutzt und der erste schwache Bauer fiel. Nachdem Vera ihre Stellung etwas verbessert hatte, bot sie Remis, was aber abgelehnt wurde. Kurze Zeit später verlor Vera noch 2 Bauern und damit konnte sie das Endspiel mit ungleichfarbigen Läufern nicht mehr Remis halten. Somit hatten die Kielerinnen den ersten Punkt eingesammelt.

Ulrike Brett 6:
Ulrike hatte Schwarz gegen Sonja Willrodt. Nach dem abgelehnten Damengambit hatte sie sich eine ganz solide Stellung aufgebaut. Ihre Gegnerin griff am Königsflügel an, Ulrike hatte dafür Gegenspiel im Zentrum und zusätzlich das Läuferpaar. Als Ulrike sich gerade richtig wohl fühlen wollte in ihrer Stellung konnte ihre Gegnerin einen Springer opfern. Danach war das Matt leider nicht mehr zu verhindern. Nun stand es schon 2-0 für die Kielerinnen.

Olga Brett 1::
Olga hatte nun schon eine ganze Weile nicht gespielt und durfte gleich mit Weiß gegen Luba Kopylov spielen, gegen die sie in den vergangenen zwei Partien unglücklich verloren hatte. Hoch motiviert, dieses Mal ein anderes Ergebnis zu erzielen, konnte Olga nach der Eröffnung eine gute Stellung erreichen. Ihre Gegnerin versuchte aktiv zu spielen, obwohl sie noch nicht rochiert hatte. Das wurde von Olga bestraft, und ihre Gegnerin musste einen Springer gegen einen Bauern geben. Olga führte diese Partie sicher und souverän zu Ende und brachte der Mannschaft einen Punkt ein. Unser erster Punkt in diesem Match.

Steffi Brett 4:
Steffi durfte heute mal gegen Vera´s „Abo-Gegnerin“ Maria Franzenburger spielen. Sie opferte früh einen Läufer auf h2. Die Stellung und der Angriff sahen stark aus als der König auf g3 vor den Bauern stand, aber leider konnte Steffi nicht genügend Druck auf den gegnerischen König ausüben. Somit hatte Steffi dann letztendlich einfach eine Figur weniger und musste sich nach langem Kampf geschlagen geben. Damit stand es 3-1 und die Aussichten auf Siege von Dagmar und Anika waren nicht gut.

Anika Brett 5:
Anika hatte Weiß gegen Nadine Krumbke. Die Vorbereitung warallerdings für eine andere Gegnerin gewesen, hatte sich aber trotzdem als gut herausgestellt. Die Partie verlief ganz gut mit Chancen und Risiken für beide Seiten. Dadurch wurde viel Zeit verbraucht. Nach der beiderseitigen Zeitnotphase, die heile und sicher überstanden wurde, bekam Anika ein Remisangebot. Da Dagmar zu diesem Zeitpunkt nicht auf Gewinn stand, konnte Anika das Remis annehmen.

Dagmar Brett 2:
Dagmar´s Gegnerin war Alina Rath. Dagmar musste sich nach der Eröffnung gegen einen starken Königsangriff ihrer Gegnerin verteidigen und verlor dabei leider einen Bauern. Daraufhin versuchte sie einen Gegenangriff aufzubauen, der aber erfolglos blieb. Letztendlich musste noch ein Springer gegeben werden um schlimmeres zu verhindern, und dann war auch unsere letzte Partie für den heutigen Tag beendet.

Mit einem Endstand von 4,5:1,5 mussten wir uns gegen Kiel geschlagen geben.

Unser Reisepartner Steinfurt musste im zweiten Kampf des Tages eine 4:2-Niederlage gegen Lehrte hinnehmen.

Am Abend stärkten wir uns erst noch mit einem Gang über den Kieler Weihnachtsmarkt und einem leckeren Heißgetränk. Anschließend gingen wir noch was Essen und danach machten wir uns alle auf den Weg zur Unterkunft. Dort standen dann die Zimmerverteilung und Vorbereitung für den nächsten Tag gegen Lehrte auf dem Plan bevor wir uns früh schlafen legten um Kraft für den nächsten Tag zu schöpfen. Außerdem kamen wir zu dem Entschluss, dass Ulrike auch am Sonntag spielen sollte, und ich an diesem Wochenende nur als Fahrer und Mannschaftsführer auftrete.

Samstag 26.11.2011: Delmenhorst – Lehrter SV
Ausgeschlafen, gut vorbereitet und voller Zuversicht starteten wir in diesen Morgen. Lehrte war nicht in Bestaufstellung und so hatten wir durchaus Chancen.

Steffi Brett 4:
Monika Braje war die heutige Gegnerin. Steffi hat in der Eröffnung einmal falsch geschlagen und ihrer Gegnerin dadurch sofort zu sehr starkem Spiel verholfen. Eine sehr kurze Partie, denn nach 13 Zügen war nichts mehr zu retten und so gab Steffi auf. Sehr schade, denn eigentlich ist Steffi als Kämpferin bekannt und hat so manche wichtige und schwierige Partie noch für sich entscheiden können.

Vera Brett 3:
Vera kam heute mit Schwarz gegen Barbara Michalek gut aus der Eröffnung und konnte die Stellung ausgeglichen gestalten. Vera bot Remis an, was ihre Gegnerin jedoch auf Nachfrage ablehnen musste. Vera´s Gegnerin schlug kurz darauf einen vergifteten Bauern: Nach einem Zwischenschach konnte Vera einen Läufer gewinnen. Kurze Zeit später gab ihre Gegnerin auf.
Nun stand es lange Zeit 1-1.  Dagmar bekam ein Remisangebot, hatte einen Bauern weniger und wollte gerne weiterspielen, was sie auch gerne sollte. Es sah insgesamt ganz gut aus. Anika stand nicht gut, aber Ulrike ausgeglichen, Olga und Dagmar gut.

Ulrike Brett 6:
Ulrike hatte das Vergnügen gegen Jessica Flauss zu spielen. Aus der Eröffnung, abgelehntes Damengambit, ist Ulrike gut rausgekommen, außerdem hatte sie das Läuferpaar. Ihre Gegnerin hatte einige Felderschwächen, die von Ulrike aber leider nicht ausgenutzt werden konnten. Es gelang auch nicht, einen guten Angriff zu starten, so dass die Vorteile allmählich abflachten. In beidseitiger Zeitnot bot ihre Gegnerin Remis an und ich stimmte dem zu, da Dagmar mit einem Bauern mehr auf Gewinn und Olga ausgeglichen stand. Von der Stellung here war das Remis letztlich auch gerecht.

Olga Brett 1:
Olga hatte mit Marine Zschischang mal wieder eine starke Gegnerin und nach der Eröffnung eine unklare Stellung. Ihre Gegnerin stand aktiver, konnte dies allerdings nicht ausnutzen. Nach einigen taktischen Zügen hatte Olga vorübergehend einen Bauern mehr, was aber auch viel Zeit gekostet hat. Jedoch ist es für Olga kein Problem mit wenig Zeit zu spielen, das hatte sie am Vortag auch wieder bewiesen. Diese Partie endete in einem Bauernendspiel unentschieden. Nun stand es 2-2. Ich konnte eigentlich gar nicht mehr zugucken, so aufregend war es noch.

Anika Brett 5:
Anika´s Gegnerin war Nicole Manusina. Die abendliche Vorbereitung kam auch auf´s Brett und Anika hat sich eine ganze Zeit lang gut gehalten. Nachdem sie allerdings in akute Zeitnot kam - zwischenzeitlich haben wir schon gedacht, sie übersteht diese Phase nicht – verlor sie leider erst einen und später noch einen Bauern. Somit war die Partie im Endspiel mit zwei Bauern weniger verloren.
Spielstand 3-2, jetzt hing alles an Dagmar.



Dagmar Brett 2:
Dagmar opferte in der Eröffnung gegen Claudia Markgraf einen Bauern für einen Angriff und bekam eine gute Stellung. Das Remisangebot lehnte sie ab, denn die Stellung bot noch viele Möglichkeiten. Ihre Gegnerin konnte sich gegen den Angriff verteidigen, musste aber zwei Bauern geben. Das Endspiel von Dagmar sollte eigentlich gewonnen sein, aber sie tauschte zu viele Bauern ab. Ihre Gegnerin konnte ihren Springer gegen einen Bauern opfern, so dass nur noch ein Randbauer mit dem "falschen" Läufer übrig blieb und damit die Partie nur Remis endete.

Damit hatten wir einen Endstand von 3,5 zu 2,5 und mussten uns zum zweiten Mal an diesem Wochenende, nun auch gegen Lehrte, geschlagen geben.

Leider gab es keinen Mannschaftspunkt für uns an diesem Wochenende, aber ein paar Brettpunkte haben wir eingesammelt. Nun hängt von den nächsten drei Runden ab, ob wir auch in diesem Jahr den Klassenerhalt schaffen können.


2011/12: Bericht zur 1. + 2. Runde in Steinfurt am 29./30.10.2011
(Andrea Wenke)
Ausgeruht und motiviert starteten wir an diesem Samstagmorgen in die erste Doppelrunde der neuen Saison in Steinfurt. Eigentlich sollte Olga am 1. Brett spielen, aber leider hat sie aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. So dass ich nun doch nicht nur Fahrer und Mannschaftsführer war, sondern auch spielen musste. Unser Ziel war es an diesem Wochenende 2 Mannschaftspunkte zu erspielen.
Da Wattenscheid eine starke Mannschaft ist, sollten die Punkte am Sonntag gegen Dortmund gemacht werden.
Der Spielort in Steinfurt-Borghorst war das Rathaus, wo wir auch schon vor 2 Jahren gespielt haben. Dort wurden wir von unseren Reisepartnern mit kostenlosem Kuchen, Brötchen, Wasser und Heißgetränken gut versorgt – vielen Dank!
Samstag: Delmenhorster SK – SV Wattenscheid
Bei diesem Duell ging es eher darum ein paar Brettpunkte zu sammeln, was allerdings nicht so einfach sein sollte, da wir an allen Brettern nach DWZ unterlegen bis sehr stark unterlegen waren. Wir hatten uns eigentlich alle ganz gut gehalten und zwischendurch sah es auch nach dem einen oder anderen Remis aus.

Andrea Brett 6:
Ich kam gut aus der Eröffnung und es gestaltete sich eine spannende Partie mit vielen Möglichkeiten. Leider wickelte ich im Mittelspiel falsch ab und ließ damit einen Bauerngewinn aus. Trotzdem hätte ich im Damenendspiel immer noch Chancen auf ein Remis gehabt. Leider musste ich durch eine Unachtsamkeit meinerseits die Damen tauschen und damit war das Endspiel klar verloren.

Steffi Brett 4:
Nach einer normalen Eröffnung, konnte ich mein Spiel so ausbauen, dass ich besser stand. Ob ich tatsächlich hätte gewinnen können, wird eine spätere Analyse zeigen. Leider drohte meine Gegnerin mit Grundlinienmatt, da ich versäumt hatte mir ein Schlupfloch zu schaffen und mit der Verteidigung zerfiel meine Stellung, so dass ich leider verlor.

Anika Brett 5:
Als ich angefangen habe zu spielen war ich voll motiviert, doch meine Gegnerin hat mich durch „komische“ Eröffnungszüge verwirrt. Dann habe ich es geschafft, das Spiel durch Zugumstellung in ein bekanntes System zu führen. Doch leider habe ich dann wenig später in einer Zugfolge etwas übersehen und dadurch konnte sie Material gewinnen. Trotzdem habe ich alles versucht, um mich gegen meine starke Gegnerin zu wehren, aber am Ende reichte es für ihren Sieg.

Maike Brett 2:
Für diese Saison hatte ich mir vorgenommen ein bisschen mehr auf meine Zeit zu achten, da mir das sonst oft zum Verhängnis wird. 
Dies klappte zunächst auch ganz gut. In der Eröffnung kamen wir schnell aus jeglicher Theorie raus, die Stellung wurde recht unübersichtlich, mit leichtem Vorteil für meine Gegnerin.
Sie geriet dann jedoch sehr stark in Zeitnot, ich konnte die Stellung ausgleichen, jedoch nicht ohne selbst auch in arge Zeitnot zu kommen. Dort zeigte sich dann die Erfahrung meiner Gegnerin, auch noch unter starkem Zeitdruck die richtigen Züge zu finden. Ein schlechter Zug von mir, und die Stellung war verloren.....sehr ärgerlich, ein Remis wäre schön gewesen.

Vera Brett 3:
Da meine Gegnerin zahlenmäßig deutlich besser war, konnte ich mit Schwarz unbeschwert aufspielen und konnte die Partie auch lange ausgeglichen gestalten. Letztendlich war aufgrund einer positionellen Schwäche die Partie nicht mehr zu halten.

Germaine Brett 1:
Die Quick’n’dirty Vorbereitung im Auto brachte meine Gegnerin zwar zum Denken, war aber letztendlich ein Eigentor. Ich vergaß eine Variante in sehr taktischer Stellung und stand von da an etwas schlechter. Sehr kuriose Stellung mit zeitweise beidseitigen vereinzelten Doppelbauern. Im immer noch kombinationsreichen Endspiel habe ich mich noch mal rausgekämpft, aber da wir beide mittlerweile von den 30 Sekunden lebten hatte ich  nicht genug Zeit, um mit dem Minusbauern genau zu verteidigen.

Wir haben uns gut gehalten und viele Chancen gehabt, leider haben wir diese ungenutzt gelassen und mussten eine 6-0 Niederlage hinnehmen.
Sonntag: Dortmunder SV – Delmenhorster SK
Nach der Klatsche gestern starteten wir nun mit neuer Entschlossenheit in den heutigen Mannschaftskampf. Außer am 2. Brett waren wir zahlenmäßig überlegen und wollten dies auch ausnutzen und punkten.

Vera Brett 3:
Heute sollte ein Sieg her. Daher hatte ich auch mit Weiß mein altbewährtes System gespielt. Meine Gegnerin antwortete in der Eröffnung aggressiv und erlangte früh eine bessere Stellung, so dass ich um das Remis hätte kämpfen müssen. Da kam überraschend ein Remisangebot meiner Gegnerin, das ich dankend annahm.

Germaine Brett 1:
Ich bin gut aus der Eröffnung gekommen und hatte den Großteil der Partie Druck und Initiative. Doch durch zwei Ungenauigkeiten konnte meine Gegnerin den Abtausch von Läufer und beiden Türmen mehr oder weniger erzwingen. Danach war völlig die Luft raus da ich keinen großartigen strukturellen Vorteil hatte. Dann bekam ich ein Remisgebot, zu dem Zeitpunkt hatte ich nur noch 10 min für 13 oder 14 Züge, welches ich nach Absprache angenommen habe. Im Nachhinein hätte ich’s vielleicht doch noch versuchen sollen.

Andrea Brett 6:
Meine Partie verlief ganz normal und beide hatten ähnlich gute Chancen. Nachdem Vera und Germaine schon Remis hatten, wollte ich nicht das Risiko eingehen und noch eine Partie Remis geben. Natürlich bekam ich auch ein Angebot, was ich aber in ausgeglichener Stellung mit ruhigem Gewissen ablehnen konnte. Etwas später sah ich meine Chance, in ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern abwickeln zu können. Dabei hatte ich mich leider verrechnet und ging sogar mit einem Minusbauern aus der Abwicklung hervor. Ich hatte zwar noch einen Ausgleich für den Bauern durch eine aktivere Stellung, aber nun auch noch das zweite Remisangebot abzulehnen war sehr riskant. Germaine brauchte schon Nervennahrung…. Zu meinem Glück machte meine Gegnerin im Endspiel einige Fehler, so dass ich meine fast verlorene Partie noch gewinnen konnte.

Steffi Brett 4:
Es war eine lange heiße Partie mit Chancen auf Matt bei beiden Seiten. Zwischendurch bekam ich ein Remisangebot, was ich aber aufgrund der schlechteren Stellungen von Anika und Andrea abgelehnt habe. Irgendwann konnte ich einen Bauern gewinnen und nach 63 Zügen die Partie für mich entscheiden.

Anika Brett 5:
Nach der Niederlage von gestern hatte ich mir fest vorgenommen dieses Spiel zu gewinnen. Am Anfang lief alles super! Im späteren Verlauf der Partie war ich ein wenig voreilig und dachte ich könnte den Springer meiner Gegnerin gewinnen. Leider hatte ich zu schnell gehandelt und bei der Abwicklung nicht ihren Springer gewonnen, sondern selbst einen Bauern verloren. Das darauf folgende Remisangebot sollte ich zum Wohle der Mannschaft ablehnen, da es an den anderen Bretten auch nicht sehr gut aussah. Am Ende stellte sich heraus, dass ich lieber hätte annehmen sollen, da ich gegen ihren Mehrbauern im Endspiel nicht gewinnen konnte und mein späteres Remisangebot abgelehnt wurde.

Maike Brett 2:
Die erste Partie, in der ich keine Probleme mit der Zeit hatte. Im Mittelspiel konnte ich einen Bauern gewinnen, trotz ständiger Zeitnot meiner Gegnerin war die Stellung jedoch einfach nicht zu gewinnen. So trennten wir uns nach über 5 Stunden Kampf mit einem Unentschieden, der dann den 3.5 - 2.5 Sieg für die Mannschaft brachte.

Somit haben wir unser Ziel von 2 Mannschaftspunkten an diesem Wochenende erreicht, auch wenn ein paar Brettpunkte mehr schön gewesen wären, und sehen zuversichtlich den kommenden Runden entgegen.


2. Frauenbundesliga Nord 2010/11 - 6.+7. Runde in Delmenhorst          von Andrea Wenke

Vor- und Dankwort:
Nachdem wir bereits am Donnerstag aufgebaut haben, musste ich erschreckenderweise feststellen, dass wir nicht genug Digitaluhren haben. Diese hat uns freundlicherweise Dirk Rütemann vom Wildeshauser SK zur Verfügung gestellt. Dafür an dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön!!!!

Die letzten beiden Runden hatten wir Heimspiel im Hotel Thomsen in Delmenhorst. Es ging für insgesamt sechs von den acht Mannschaften noch um den Klassenerhalt. Also war ein spannendes Wochenende vorprogrammiert, denn alle 4 Mannschaften in Delmenhorst waren betroffen, sogar Krefeld, die vor den letzten beiden Runden auf Platz 3 der Tabelle standen.
Unser Ziel um die Klasse zu halten waren zwei Mannschaftspunkte, am besten schon am Samstag, denn dann hätten wir am Sonntag ganz locker in die letzte Runde gehen können. Aber wie bekannt ist: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt….

6. Runde: DSK – Steinfurt
Unsere Gegner waren mit einer guten Aufstellung angetreten, denn schließlich standen sie auf Platz 7 der Tabelle und wollten nicht absteigen. Es war also ein spannender Kampf abzusehen. Unser Reisepartner Kiel war leider nur mit fünf Frauen angereist und spielte gegen Krefeld, die nur zu viert waren. Die ersten drei Bretter waren mit kampflos entschieden, so dass nur noch drei Partien gespielt wurden. Kiel war wie auch bei der Doppelrunde in Kiel relativ schnell fertig mit allen Partien und hatte sich mit einem 4,5 zu 1,5 Sieg den Klassenerhalt bereits gesichert. Wir dagegen haben alle (außer mir) lange gekämpft und dann leider doch 4 zu 2 verloren.

Brett 1 (Katrina):
Katrina hatte eine schwierige Partie. Im Mittelspiel geriet sie allerdings ein wenig unter Druck und in etwas schlechtere Stellung. Das Remisangebot ihrer Gegnerin Natia Engels musste sie leider ablehnen, da es an den anderen Brettern nicht so gut aussah und ich an Brett 6 bereits verloren hatte. Danach versuchte Katrina die remisliche Stellung irgendwie zu gewinnen, was ihr leider nicht gelang, da ihre Gegnerin zu viel Gegenspiel und die bessere Stellung hatte. Zum Ende konnte Katrina die zwei Freibauern der Gegnerin nicht mehr aufhalten und verlor.

Brett 2 (Germaine):
Germaine ist gut aus der Eröffnung gekommen und pendelte in der Stellung immer so um den Ausgleich herum. Dann konnte sie etwas Initiative durch eine Dreifachverdopplung entwickeln, die aber leider wohl eher optisch war. Irgendwie mussten Vorteile errungen werden. Dann kam es zu einem etwas komischen Springermanöver in beginnender Zeitnot und zu dem Verlust eines Bauern in der Abwicklung. So landete Germaine in einem verlorenen Turmendspiel mit 4 gegen 3 Bauern an einem Flügel. In beidseitiger Zeitnot ohne weitere Verlängerung konnte sie sich aber irgendwie noch ein Remis „erschleichen“.

Brett 3 (Dagmar):
Dagmar hatte diesmal endlich ihren ersten Einsatz in unserer Mannschaft und sollte und wollte natürlich punkten. Die Partie verlief ganz gut, doch irgendwie schaffte ihre Gegnerin es einen Bauern zu gewinnen. Nachdem dann das Remisangebot der Gegnerin trotz Mehrbauer kam, und auch die Stellung keine Vorteile bot, endete die Partie mit Remis.

Brett 4 (Vera):
Heute sollte Vera endlich einen ganzen Punkt einfahren. Doch leider hatte sie nach dem Abtausch fast aller Figuren nur noch eine Remisstellung auf dem Brett. Da es für die anderen Bretter nicht so gut aussah, versuchte sie trotzdem noch zu gewinnen. Dabei überzog sie leider und stellte einen Bauern ein. Nach einem langen und hart ausgefochtenen Leichtfigurenendspiel endete die Partie mit Remis.

Brett 5 (Stefanie):
Stefanie hatte eine spannende Partie. Die Gegnerin hatte sehr viel Zeit verbraucht und zwischendurch waren beide nicht sicher, ob die Zeitkontrolle heile und sicher überstanden werden konnte. Leider übersah Steffi in der Zeitnotphase einen Gewinnweg, sodass die Stellung ausgeglichen blieb und mit Remis endete.

Brett 6 (Andrea):
Ich hatte heute einen Tag, an dem ich besser nicht hätte Schach spielen sollen. Leider bin ich mir dessen erst bewusst geworden nachdem ich die Partie bereits begonnen hatte. Nach einer unglücklichen Eröffnung stellte ich bereits im 10. Zug die gesamte Partie weg, indem ich einen Zug (mit fatalen Folgen für mich) meiner Gegnerin übersah.

7. Runde: Krefeld – DSK
Heute war nun die tatsächliche Entscheidung ob wir die Klasse halten können, oder nicht. Dementsprechend waren wir alle nervös, hatten uns aber auch gut vorbereitet. Ich hatte beschlossen, nach der grauseligen Partie vom Vortag heute besser nicht zu spielen, sondern Ulrike noch mal ans Brett zu lassen. Für Dagmar kam Maike an diesem Tag. Da unsere heutigen Gegner gestern nur zu viert angetreten waren, hatten wir –weil es ja um alles ging- ein bisschen Hoffnung, dass sie abermals nicht komplett wären, obwohl sie ja noch Spielerinnen hätten „einfliegen“ können. Und so kam es auch, allerdings blieb gegen uns mit Brett 2 nur ein Platz frei, so dass wir mit einem Punkt Vorsprung den Kampf aufnahmen. Ein sehr aufregender Tag mit spannenden Partien folgte dann. Letztendlich konnten wir den Kampf mit 4 zu 2 für uns entscheiden und somit den Klassenerhalt sichern. Für die Krefelderinnen lief es dementsprechend nicht so gut, sie haben in der Endabrechnung genau einen Brettpunkt zu wenig und mussten absteigen.

Brett 1 (Katrina):
Nach einer unglücklichen Eröffnung hatte Katrina die ganze Partie über leichte Schwierigkeiten und eine schlechtere Stellung, hinzu kam ein isolierter Doppelbauer. Dies konnte die Gegnerin im Leichtfigurenendspiel mit dem Läuferpaar gegen Springer und Läufer ausnutzen und die Partie für sich entscheiden.

Brett 2 (Germaine):
Hat Germaine doch glatt mal ohne Zeitnot gewonnen ;-) nämlich kampflos

Brett 3 (Maike):
Maike hatte sich diesmal vorgenommen ein bisschen mehr auf ihre Zeit zu achten, was ihr auch gut gelungen ist. Sie kam gut aus der Eröffnung und konnte Druck auf einen Isolani der Gegnerin und auf die C-Linie machen. Dieses führte dann zu einem Mehrbauern und letztendlich zu einem sicher gewonnenen Bauernendspiel.

Brett 4 (Vera):
Auch in der letzten Runde sah die Stellung bei Vera nach Remis aus mit einem Doppelturmendspiel und gleicher Bauernstruktur. Aber da es noch immer um den Klassenerhalt ging und nicht sicher war ob Remis reichen würde, musste Vera das Angebot ablehnen. Sie konnte ihre unentschlossene Gegnerin in schlechtere Stellung bringen und letztendlich einen Bauern umwandeln, so dass Vera mit einem Turm mehr hervorging. Damit war die Partie gewonnen.

Brett 5 (Stefanie):
Stefanies Partie war ein ständiges auf und ab. Zwischenzeitlich sah es ziemlich übel für sie aus und ich befürchtete schon das schlimmste. Doch irgendwie gelang es ihr sich da wieder raus zu winden und ihre Stellung zu konsolidieren. Trotz eines Qualitätsverlustes gelang es ihr, einen gefährlichen Königsangriff zu inszenieren, der ihre Gegnerin zwang, nicht nur ebenfalls die Qualität sondern zusätzlich auch noch einen Bauern zu geben. In dem „gewonnenen“ Damenendspiel hatte ihre Gegnerin aber hatte sehr viele Möglichkeiten für Schachs, so dass irgendwann ein Dauerschach nicht mehr abzuwenden war und die Partie Remis ausging.
Damit hatten wir bereits 3½ Punkte, die zwei avisierten Punkte waren eingefahren und der Klassenerhalt geschafft!

Brett 6 (Ulrike):
Ulrikes Gegnerin hatte sich vorbereitet und spielte statt d4 – wie sonst immer – e4. Trotzdem kam sie gut aus der Eröffnung und bekam mit Schwarz eine komfortable Stellung. Leider übersah sie einen Abzug und ihre Gegnerin konnte zwei Bauern gewinnen. Im Damenendspiel konnte sie aber einen Bauern zurückgewinnen und sehr zu unser aller Freude (und dem Ärger des Gegnerischen Mannschaftsführers) nahm Ulrikes Gegnerin ihr Remisangebot an.

Die Atmosphäre unter den Mannschaften war wie immer sehr freundschaftlich, vor allem unser Reisepartner Kiel legte sich gegen Steinfurt noch mal richtig ins Zeug, um uns Schützenhilfe zu leisten.

Vielen Dank an alle Mädels meiner Mannschaft für eine tolle Saison!!!!


2. Frauenbundesliga Nord - 3.+4. Runde in Pankow                  von Jürgen Hurrle
Artikel im Delmenhorster Kurier vom 10. Dez. 2010
(klick auf Ikon)

2. Frauenbundesliga Nord - 5. Runde in Kiel                          von Germaine Kickert

Nachdem es mit der Verlegung auf 11 Uhr leider nicht geklappt hatte, machten wir uns am 9. Januar sehr früh morgens auf den Weg zu dem Einzelspiel gegen unseren Reisepartner Kiel –zum Glück war Petrus gnädig und ließ rechtzeitig den Schnee schmelzen … und die befürchtete Teilsperrung der A1 war dann glücklicherweise auch nicht da.
 In Kiel angekommen merkten wir dann auch gleich an einer Kreuzung, dass Petrus seine Arbeit ein wenig schlampig gemacht hatte und man sich doch noch auf die eine oder andere Rutschpartie einstellen musste, was sich in den Schachpartien später bestätigen sollte.

Zunächst einmal holten wir in dem neuen Raum der Kieler, welcher zur Abwechslung ein Spiel ohne Frostbeulen versprach, bei der stets exzellenten Bewirtung unser Frühstück nach. Ich allerdings musste nach ca. 2 Stunden und nur einem halben Brötchen feststellen, dass schon alles bis auf ein paar Früchte weggeputzt war - aber vielleicht war das auch nur die gerechte Strafe für den mangelnden Kampfgeist, den ich an den Tag gelegt hatte, denn meine Partie war zu diesem Zeitpunkt schon mit einem Remis beendet worden!

Aber fangen wir mal von vorne an, erst einmal, was hatten wir uns für den heutigen Tag erhofft? Natürlich hofft man ja immer auf einen Sieg oder ein Unentschieden - und das war durchaus nicht utopisch, hatten wir die Kielerinnen immerhin schon einmal in einer früheren Saison geschlagen. Aber realistisch gesehen mussten wir auch zugeben, dass Kiel sich inzwischen verstärkt hatte. Und obwohl ihre heutige Aufstellung keineswegs ihre stärkste war, besaßen sie dann auch an drei Brettern mit min. 300 DWZ Punkten die Übermacht.

Bei unserer Aufstellung 1.Germaine 2.Maike 3.Vera 4.Steffi 5.Andrea 6.Ulrike hatten nur Maike, Vera und ich nominell einigermaßen gute Chancen. Auch wenn wir schon das eine oder andere Mal für Überraschungen gut gewesen waren, gingen wir mehr oder weniger mit der Einstellung ins Spiel, nur auf Brettpunktejagd zu sein.
So kam es dann auch, dass Andrea mir (Germaine) nach nur 20 Zügen ohne weiteres Überlegen ein Remis erlaubte. Sie ging wohl auch davon aus, dass ich, die normal ja immer bis zum Schluss kämpft, wohl kaum in aussichtsreicher Stellung auf ein Remisangebot eingehen würde. Damit lag sie an diesem Tag jedoch leider falsch, denn ich hatte Angst die Stellung, die wohl schon als Gewinnstellung bezeichnet werden könnte, wieder einmal in Zeitnot einzustellen. Zudem hatte ich wohl auch ein wenig Respekt vor dem WIM-Titel meiner Gegnerin, obwohl sie, wie ich später feststellen musste, lediglich 100 Punkte mehr als ich hat. Psychologisch lief also so einiges falsch, und ich nahm das Remisgebot an - dabei hatte ich Dank einer langen Theorievariante im Drachen für meine Verhältnisse sogar noch sehr viel Zeit.

Vera, bei der aufgrund einer bisher sehr unglücklich verlaufenen Saison wohl ähnliche Faktoren wie bei mir eine Rolle spielten, bot in einer leicht besseren Stellung zu gleicher Zeit Remis. Ihre Gegnerin lehnte zunächst ab, bot dann einige Züge später, als Vera gerade die Chance hatte, eine wirklich gute Stellung zu erhalten, jedoch selbst eine Punkteteilung an. Vera, die diesen besten Zug leider auch nach längerem Reinrechnen nicht sah, nahm an.

Es stand also 1-1, was mehr war, als wir uns erhofft hatten. An den restlichen Brettern sah es auch nicht so schlecht aus. Doch dann setzte sich leider besagte Rutschpartie von der Hinfahrt fort. Andrea, die gut aus der Eröffnung gekommen war und sich recht wohl fühlte, bot ebenfalls Remis. Nachdem ihre Gegnerin abgelehnt hatte, verlor sie in dem entstandenen Endspiel dann leider doch noch den Überblick und musste ihrer Gegnerin einen nach dem anderen Bauern überlassen, was letztendlich zum Verlust führte. Auch wenn es leider nicht gereicht hat, hat unsere Mannschaftsführerin wieder einmal großen Einsatz für ihr Team gezeigt, denn sie war gerade erst in der Nacht zuvor aus dem Urlaub zurückgekommen und hatte dementsprechend wenig geschlafen.

Ulrike konnte dann auch schnell wieder zum 2-2 ausgleichen. Sie spielte eine Glanzpartie, in der sie sich nur sehr wenige Ungenauigkeiten erlaubte. Erst festigte sie ihre Stellung durch ein schönes Springermanöver, dann gewann sie durch ein Zwischenschach einen falsch geopferten Läufer ihrer Gegnerin, um dann zum krönenden Abschluss durch einen Läuferabzug, der gleichzeitig Matt drohte und die Dame angriff, sich die letztere einzuverleiben, was den Sieg bedeutete. Hier war also ihre eigentlich recht starke Gegnerin ausgerutscht.
Jetzt wurde es also richtig spannend. Maike und Steffi spielten noch und die Zeit wurde allmählich etwas knapp. Draußen diskutierten Andrea, Vera und ich um die Wette, wer denn jetzt Schuld wäre, wenn es wieder zu solch einem unglücklichen Ende wie gegen Lehrte kommen würde (2.5-3.5) - seltsamerweise wollte irgendwie jeder daran schuld sein!

Bei Steffi sah es unklar aus, sie lieferte sich einen komplizierten Kampf am Damenflügel. Maike hingegen konnte eine Qualle gewinnen und unsere Hoffnungen auf mindestens ein Unentschieden stiegen. Doch dann musste Maike die Qualität wieder zurückgeben und entschied sich kurze Zeit später unter hohem Zeitdruck in ein Turmendspiel abzutauschen, in welchem sie forciert einen lebenswichtigen Bauern und damit die Partie verlor. Das war also der nächste Ausrutscher unsererseits, der angesichts der zwischenzeitlichen 2 Sekunden auf der Uhr mir viel besser als Maike zu Gesicht gestanden hätte.
Nun lag bei einem 2-3 Stand also alles an Steffi, die sich in dieser Saison immer mehr zur Langspielerin entwickelt und uns mit ihrer Beharrlichkeit schon den ein oder anderen entscheidenden Punkt beschert hat. Aber würde sie es auch an dem heutigen Tag der Rutschpartien schaffen, unter dem Druck ihre Standfestigkeit zu behaupten? Die Antwort auf diese Frage ist ja. Als sich die Komplikationen am Damenflügel aufgelöst hatten, erhielt sie ein Leichtfigurenendspiel (S vs. L) mit zwei Freibauern, welches sie sicher zum Sieg und den Kampf somit zu einem versöhnlichen Ausgang von 3-3 führte.
Dieser versöhnliche Ausgang wurde dann auch gleich bei McDonald’s gefeiert, wo Vera uns allen aus der Freude heraus doch glatt das Essen ausgab, dafür nochmals vielen Dank!

Insgesamt hatten wir also wieder einmal alle Erwartungen übertroffen und sind dem Klassenerhalt erneut schon nach 5 aus 7 Runden zum Greifen nahe, auch wenn wir beim Heimspiel am 19./20. Februar natürlich noch einmal punkten wollen und wahrscheinlich auch müssen – aber dann gibt es ja sicherlich reichlich Unterstützung von den Zuschauern!


2. Frauenbundesliga Nord - 1. + 2. Runde in Kiel                     von Andrea Wenke

Frohen Mutes und mit klaren Gewinnträumen machten wir uns am Samstagmorgen mit zwei Autos auf den Weg nach Kiel. Zum ersten Mal dabei als Verstärkung war die Internationale Meisterin Katrina Skinke aus Riga. Die Fahrt klappte trotz A1 sehr gut, so dass wir pünktlich beim Spielort, der Max-Planck Schule in Kiel, ankamen. Der Ausrichter SK Kiel hatten mal wieder keine Mühen gescheut und es gab Brötchen, Kuchen und Getränke für alle frei. Dafür hier noch ein herzliches Dankeschön.

Samstag, 06.11.2010
Delmenhorster SK – SC Braunschweig Gliesmarode  4 : 2

Zum dritten Mal in Folge traten die Braunschweigerinnen gegen uns nur zu fünft an. Heute war es jedoch nicht das erste, sondern das dritte Brett, das den kampflosen Punkt einheimsen durfte. Somit starteten wir durch Maikes (Brett 3) kampflosen Sieg mit 1 zu 0 in die erste Runde der 2. Frauenbundesliga.

Brett 6 - Andrea: Die Eröffnung verlief nach Plan und ich versuchte früh einen Angriff aufzubauen. Im 10. Zug befürchtete meine Gegnerin einen Bauern zu verlieren und machte stattdessen einen verhängnisvollen Fehler. Dieser Zug beendete die Partie, denn mit ihm kam für meine Gegnerin die Wahl zwischen Damenverlust oder Matt.
Somit führten wir schon früh mit 2 zu 0.
Brett 4 - Vera: Vera war in dieser Partie von ihrer Standarderöffnung abgewichen, auch um eventuellen Vorbereitungen entgegen zu wirken und eröffnete mit f4. Nachdem ihre Gegnerin lang rochierte, kam es auf beiden Seiten zum Königsangriff, den Vera durch Tempoeinbußen leider verlor.
Brett 2 - Germaine: Nach einer etwas wüsten Eröffnung ging Germaine mit einer Qualität mehr hervor. Zunächst hatte ihre Gegnerin zwar etwas Initiative als Kompensation, doch diese flachte dann ab so dass für Germaine eine glatte Qualle herausgesprungen war. Da die Stellung im Läufer-Turm gegen Turm-Turm geschlossen war, konnte sie weder einen guten Hebel geschweige denn Plan finden, sondern stellte dann leider in Zeitnot im 39. Zug sogar einen Bauern ein. Dieser war so entscheidend, dass sie wenige Züge später aufgeben musste. Dieser Verlust war nicht eingeplant gewesen und ich hatte schon größte Befürchtungen, wir könnten den bis dahin so gut aussehenden Kampf noch verlieren. Denn nun stand es plötzlich 2 zu 2 und die anderen beiden Partien waren nicht klar gewonnen.
Brett 5 - Stefanie: Stefanie hatte einen Bauern gewonnen und landete so in ein Damenendspiel mit einem Mehrbauern, welches aber eher nach Remis aussah. Nach sehr langem Spiel stellte ihre Gegnerin noch einen Bauern ein, und Stefanie konnte gewinnen. Fast gleichzeitig war auch Katrina fertig.
Brett 1 - Katrina: Unsere neue Spitzenspielerin hatte nach der Eröffnung eine sehr schwierige Stellung, aber sie konnte einen Angriffsplan entwickeln. Ihre Gegnerin machte mehrere schwächere Züge, die Katrina zu einer Gewinnstellung verhalfen. Einen großen Teil der Partie spielte Katrina in Zeitnot und ich mochte teilweise schon gar nicht mehr zugucken, weil es so nervenaufreibend war.

Somit haben wir uns in dieser Saison gleich in der 1. Runde mit einem 4:2 Sieg zwei wertvolle Mannschaftspunkte gegen den Abstieg gesichert.

Sonntag, 07.11.2010
SK Lehrte – Delmenhorster SK  3,5 : 2,5

Nachdem Lehrte am Samstag 4:2 gegen Kiel gewonnen hatte und fast in Bestbesetzung angetreten war, wurde unser Ehrgeiz geweckt. Den Samstagabend verbrachten wir mit einer guten Vorbereitung und dann mussten wir sehen ob alles gut läuft. Kiel hatte bereits um 12 Uhr alle Partien beendet und 5:1 gegen Braunschweig gewonnen, als bei uns noch alle 6 Bretter am kämpfen waren.

Brett 1 - Katrina: Nach der Eröffnung stand Katrina richtig gut. Leider fand sie nicht den richtigen Plan und ein falscher Zug brachte sie in eine schlechte Position. Die Partie endete kurz danach mit Remis.
Brett 6 - Ulrike: Die Vorbereitung von Germaine am Samstagabend klappte perfekt und es kam auch genau die vorbereitete Variante im Mittelgambit auf´s Brett.
Ulrike hatte einen Bauern gewonnen, allerdings hatte ihre Gegnerin für den Minusbauern einen starken Königsangriff. Durch eine Unachtsamkeit musste Ulrike eine Qualität geben,  kam aber am Damenflügel zu Gegenspiel und konnte nach einem Springeropfer einen zweiten Bauern für die Qualle gewinnen. In Zeitnot endete die Partie durch 3malige Stellungswiederholung mit Remis.
Brett 4 - Vera: Nachdem Vera im ersten Kampf verloren hatte, wollte sie es heute besser machen. Gegen die starke Gegnerin war die Partie im Springerendspiel mit einem Minusbauern jedoch noch in Remisbreite. Durch eine Unachtsamkeit musste Vera aber den Springer abtauschen und hat dadurch doch noch verloren.
Brett 3 - Maike: Die Vorbereitung mit Germaine kam in etwa so auch auf´s Brett, und Maike konnte den vorgesehenen Plan gut umsetzen. Nach der Eröffnung stand Maike sehr gut und hatte Druck, was dann zum Qualitätsgewinn führte. Als beide in akuter Zeitnot waren, ließ sich Maike dann leider in besserer Stellung zu unserem Entsetzen einzügig Matt setzen.
Somit stand es nun 3:1 für Lehrte, was nach den beiden Verlusten von Vera und Maike sehr enttäuschend war, vor allem weil die beiden noch spielenden Bretter nicht besser standen.
Brett 5 - Stefanie: Durch einen Qualitätsverlust zu Beginn der Partie stand diese unter keinem guten Stern. Stefanie konnte allerdings einen Bauern einheimsen, aber der Druck auf ihren König war immens. Es wurde sich dann auf Remis geeinigt.
Brett 2 - Germaine: Obwohl Germaine sich selbst nicht wirklich vorbereitet hatte (dafür aber Ulrike und Maike) kam sie gut aus der Eröffnung. Sie konnte Druck ausüben und ihrer Gegnerin letztlich einen Doppelbauern auf einer offenen Linie verpassen. Das allein wäre wahrscheinlich trotzdem nur Remis gewesen. Doch Germaine konnte ihrer Gegnerin noch eine zweite Schwäche verpassen, einen Bauern gewinnen und alle verbleibenden Figuren nahezu lähmen. Da der Mehrbauer ein entfernter Freibauer war, konnte sie ihn zum richtigen Zeitpunkt losschicken und nach ca. 5 Stunden letztendlich im Turmendspiel gewinnen.
Somit endete der zwischenzeitlich so gut aussehende Kampf mit 2,5 zu 3,5 für Lehrte.


Termine
Runde
Datum
Ort
Zeit
     Gegnerinnen
Rd. 1
06.11.09
Kiel
14 h
BS-Gliesmarode
Rd. 2
07.11.09
Kiel
09 h
SK Lehrte 2
Rd. 3
05.12.09
Pankow
14 h
SC Pankow
Rd. 4
06.12.09
Pankow
09 h
USV Potsdam
Rd. 5
17.01.10
Kiel
10 h
SK Kiel
Rd. 6
13.03.10
Delmenhorst
14 h
SC Steinfurt
Rd. 7
14.03.10
Delmenhorst
09 h
Krefelder SC

Saison 2009/10

Fünfte Runde in der 2. Frauenbundesliga West - 2009/10
geschrieben von Andrea Wenke

17.01.2010: Delmenhorster SK – SC Braunschweig

Nachdem die Braunschweiger die Verlegung des Beginns auf 11 Uhr beantragt hatten, fanden wir uns gegen 10:30 Uhr im Neubau im Hotel Thomsen ein. Es wurden Kuchen, Salat und Hackbällchen für den Verzehr während des Spiels von Maike, Germaine und Steffi mitgebracht, so dass wir uns bei den Braunschweigern für die tolle Bewirtung revanchieren konnten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit den Uhren, die aber gelöst wurden, konnte dann unter Aufsicht des Schiedsrichters Detlef Wickert die Runde pünktlich beginnen. Leider waren unsere Gegner, wie auch schon im letzten Jahr nur zu fünft angereist.

Brett 1: Bettina Blühbaum - Olga
Olga gewann kampflos, was uns den ersten Punkt einbrachte.

Brett 2: Germaine - Johanna Blühbaum
Germaine überraschte ihre Gegnerin mit der Eröffnungswahl. Allerdings zwang sie Germaine bereits im 8. Zug trotz Vorbereitung selbst zu denken. Wie sich später herausstellte folgten sie bis zum 14. Zug einer Partie eines 23-ers gegen einen 25-er---dafür brauchten sie allerdings zusammengenommen fast 60 Minuten. 2 Züge nachdem von besagter Partie abgewichen wurde, bot Germaine ihrer Gegnerin dann auch gleich eine Möglichkeit in Vorteil zu gelangen (Bauernverlust mit leichter Kompensation von Germaine). Diese Chance nutzte sie glücklicherweise nicht und es entstand eine recht ausgeglichene Stellung, in welcher Germaine allerdings die besseren Karten hatte etwas Aktives zu unternehmen, da sie über Raumvorteil verfügte. Diese Aktivität wurde genutzt, um einen Bauern zu gewinnen und sich in ihrer Stellung wohl zu fühlen. Ob es zum Gewinn reichen würde, war allerdings nicht ganz im Klaren. Zu dem Zeitpunkt wurde Germaine mitgeteilt, dass ein Remis zum Mannschaftsunentschieden reichen würde, was sie allerdings nur in ihrem Willen bestärkte gewinnen zu wollen, was dann nach zwei Bauernopfern für eine Qualle und enormen Druck auf die schwarze Stellung wenige Züge später auch gelang.

Brett 3: Helga Kramer - Maike
Die Partie war relativ ausgeglichen. Im Laufe des Mittelspiels unterschätzte Maike jedoch den Druck, den der weiße Läufer in Kombination mit der c-Linie ausübte und konnte dann leider den Verlust nicht mehr verhindern. Aber die Mannschaft hatte ja überraschenderweise zu diesem Zeitpunkt bereits gewonnen.

Nachwuchs-
training
während
des Frauenmatches
Aber
für die Männer!

Brett 4: Vera - Laura Günnigmann
Heute sollte endlich ein ganzer Punkt her. Nach einem Tempoverlust in der Eröffnung stand Vera aber etwas eingeengt und brauchte lange, bis sie den Ausgleich geschafft hatte. Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch die Schwerfiguren auf dem Brett. Nachdem die Türme ebenfalls vom Brett waren, hat Vera im Damenendspiel einen Bauern geopfert und Remis durch 3-fache Stellungswiederholung erreicht. Wodurch es dann schon 1,5 zu 0,5 für uns stand.

Brett 5: Dr. Susanne Steiner - Steffi
Steffi spielte eine gute Partie und startete einen Königsangriff. Diesen Königsangriff konnte ihre Gegnerin nur mit Materialverlust abwenden, so dass am Ende 3 Bauern Vorsprung für Steffi übrig blieben. Steffi gewann dann souverän ihr Spiel und verhalf uns damit zum 2,5 zu 0,5.

Brett 6: Andrea – Lena Casper
Aus der Eröffnung kam ich gut raus und im 13. Zug gewann ich mit einer netten Kombi sogar einen Bauern. Leider hab ich dann nicht richtig weitergespielt und hatte dann 2 Bauern gegen meinen Läufer. Da meine Gegnerin mir DWZ-mäßig unterlegen war, hoffte ich noch auf Fehler ihrerseits und kämpfte weiter. Zum Ende der Partie musste meine Gegnerin ihren Läufer für meinen Freibauern geben. Dadurch war die Stellung wieder ausgeglichen und wir einigten uns nach 5 Stunden Spielzeit auf Remis.

Ein toller Spieltag mit einem noch besseren Ergebnis. Nun haben wir bereits nach 5 Runden 6-4 Mannschafts-punkte und stehen auf Platz 4 der Tabelle. Unser Klassenerhalt ist sicher, es kann nichts mehr passieren. Und gegen einen der beiden Abstiegskandidaten spielen wir noch in der letzten Runde.


Dritte und vierte Runde in der 2. Frauenbundesliga West - 2009/10
geschrieben von Germaine Kickert

Am Samstagmorgen machten wir uns auf den Weg nach Braunschweig. Samstag stand das Spiel gegen Mühlheim-Nord an, bei welchem wir uns nicht allzu große Illusionen machten (immerhin sind die Mühlheimer Aufstiegsfavorit) und am Sonntag hieß es dann den völlig unnötigen 0-6 Verlust der letzten Saison gegen Steinfurt zu rächen und möglicherweise schon eine Vorentscheidung in Sachen Klassenerhalt zu erzielen.
Braunschweig begrüßte uns mit Regen, doch die äußerst gastfreundlichen Braunschweiger (welche den Regen übrigens eher als „herausputzen“ interpretiert haben wollten) glichen jeglichen Unmut bezüglich des Wetters aus. Um 14:00 begann dann auch schon der erste Kampf:

3.Runde  DSK-SV Mühlheim Nord  1:5

Brett 5: Bei Steffi lief es leider gar nicht gut und so wurde sie bereits in der Anfangsphase so überrumpelt, dass sie sich gezwungen sah, aufzugeben.
Brett 3: Maike erging es unglücklicherweise ähnlich wie Steffi und so stand es bald 2:0 gegen uns.
Brett 4: Einen Lichtblick verschaffte uns Vera. Sie einigte sich mit ihrer Gegnerin bei unspektakulärer, geschlossener Stellung auf ein Remis und holte so den ersten halben Brettpunkt.
Viel mehr sollte es an diesem Tage leider auch nicht mehr werden.
Brett 1: Für Olga schien es eigentlich ganz gut zu laufen. Ihre Gegnerin hatte einen Bauern für die Initiative geopfert, doch die Kompensation war nicht ausreichend. Bei guter Verteidigung wäre mindestens ein Remis drin gewesen, doch leider stellte Olga eine Figur ein und gab kurze Zeit später auf.
Brett 2: Ich -Germaine- machte, nachdem ich mich zunächst sehr gut gehalten hatte, in meiner allseits bekannten Zeitnot einen unheimlichen Patzer, verlor eine Qualle und musste nach einigen Versuchen das Gleichgewicht durch einen vermeintlich starken Freibauern zumindest einigermaßen zu halten, einsehen, dass nichts mehr zu machen war.
Brett 6: Einzig Ulrike schaffte es noch einen halben Punkt beizutragen. Sie ärgerte sich aber trotzdem ein wenig, denn nachdem ihre Gegnerin in einer ausgeglichenen Stellung der slawischen Abtauschvariante Ulrikes Remisgebot ausgeschlagen hatte, konnte Ulrike die c-Linie besetzen und dank ihres aktiven Turms sogar einen Bauern gewinnen; doch dann traute sich Ulrike nicht das bessere Endspiel auf Gewinn zu spielen und willigte in ein Remis ein.
Da wir uns gegen den Aufsteigerkandidaten Mühlheim sowieso nicht sonderlich viel ausgerechnet hatten, waren wir nicht allzu frustriert. Allerdings wären 1-1,5 Punkte mehr sicherlich drin gewesen.

Doch anstatt Trübsal zu blasen schauten wir nach vorne. Steinfurt war ersatzgeschwächt und daher hatten wir fest vor, dieses Mal den Spieß umzudrehen und zu gewinnen.
Während sich Olga und Vera um eine perfekte Vorbereitung für den nächsten Kampf bemühten, zogen Steffi, Andrea, Ulrike, Maike und ich es vor, mal etwas anderes als Schachfiguren zu Gesicht zu bekommen. Verstärkt durch Sven und Lukas besuchten wir den wunderschönen Weihnachtsmarkt in der Braunschweiger Altstadt. Da dieser jedoch sehr voll war, was sich bei sieben Personen als recht unpraktisch erwies, beschlossen wir nach einiger Zeit, etwas essen zu gehen. Bei Pizzahut eingekehrt  (wo wir zufällig unsere Gegner des nächsten Tages trafen) erwiesen wir uns dann als wirklich gutes Team: nachdem jeder mal bei so ziemlich jedem etwas abbekommen hatte, blieb kaum noch etwas übrig.
Guter Hoffnung, dass sich unser Teamgeist am Schachbrett genauso gut auswirken würde wie beim Essen, machten wir uns auf den Weg nach Hause um bei Wetten, dass… und Supertalent unsere Vorbereitungen anzugehen. Zugegeben: nicht die besten Voraussetzungen für eine konzentrierte Vorbereitungen, aber der Erfolg sollte uns Recht geben.

Maike

Lukas

Stefanie

Andrea

Germaine

Vera

Ulrike

Olga

4.Runde SC Steinfurt-DSK  2:4

Mit etwas Verspätung (irgendwas mit dem Schlüssel des Spiellokals war schief gegangen) begann die 4. Runde:
Brett 4: Nachdem Vera bereits drei Remis gespielt hatte, sollte heute endlich ein voller Punkt her. Nach der Eröffnung entstand eine ausgeglichene Stellung. Als Vera dann anfing einen Angriff aufzubauen, übersah sie im Eifer des Gefechts leider ein zwei-zügiges Matt und musste so ihre erste Niederlage der Saison einstecken.
Brett 3: Währenddessen hatte Maike sich eine leicht bessere Stellung erkämpft, die sie jedoch leider nicht ausnutzen konnte. Es kam zur Stellungswiederholung und damit zum ersten halben Punkt.
Brett 2: Ich -Germaine- erlangte bereits in der Eröffnung Vorteil. Meine Gegnerin stellte einen Bauern ein und ein weiterer hing ständig in der Luft (obwohl ich ihn nie so richtig gut nehmen konnte). Durch ein geschicktes Bauernopfer erlangte meine Gegnerin etwas Kompensation, da sie meine Bauernstruktur schwächte und meine Figuren etwas unkoordiniert herumstanden. Letztendlich setzte sich dann aber doch das Material durch und ich konnte die Partie mit einem hübschen Matt nach Hause bringen.
Brett 6: Andrea erhielt ein gewonnenes Bauernendspiel, merkte dies in Zeitnot jedoch nicht. Wenige Züge später (nach dem 40.) kam die gleiche Stellung erneut aufs Brett, doch ihr fehlte leider die zündende Idee. Das Remis war daher etwas ärgerlich, doch man muss dazu sagen, dass der Gewinnzug wirklich nicht einfach zu finden war und wir ihn auch nur von Rybka vorgesagt bekommen haben.
Brett 5: Steffi holte nun den entscheidenden Punkt, um zumindest schon einmal ein 3:3 zu sichern. Sie wehrte sich zäh gegen den etwas draufgängerischen Angriff ihrer Gegnerin, was ihr letztendlich einen Turm gegen vier Bauern einbrachte. Das klingt nicht allzu vielversprechend, doch wenn man bedenkt, dass die Bauern nicht verbunden waren, und Steffi weiter Druck auf den gegnerischen König machen konnte, war der Sieg die logische Schlussfolgerung ihres zähen, fünfstündigen Kampfes.
Nun lag alles an Olga: 1 Mannschaftspunkt oder 2
Brett 1: Olga wollte die Niederlage des vorherigen Tages unbedingt wieder gut machen. Nach 20 Zügen konnte sie dann auch bereits einige positionelle Vorteile für sich verbuchen. Soweit ich das gesehen habe, hatte Schwarz (Julia Freytag) Stonewall gespielt und einen schlechten Läufer und einen schwachen Bauern auf e6 zu beklagen. Doch es sollte trotzdem noch einmal spannend werden. Bei einem Punktestand von 3-2 für uns kam Olga, welche sich noch nicht so richtig mit der neuen Bedenkzeitregelung (Fischer-Modus) angefreundet hatte, in Zeitnot. Da ihre Gegnerin ebenfalls in Zeitnot war, wurde alles etwas chaotisch, doch glücklicherweise führte Olga die Partie und damit die Mannschaft souverän zum Sieg.

Insgesamt kann man sagen, dass das Wochenende in Braunschweig sehr erfolgreich war. Wir haben mit nunmehr 4 Mannschaftspunkten schon fast den Klassenerhalt gesichert (zum Vergleich: letztes Jahr hatten wir zu diesem Zeitpunkt gerade mal einen) und gezeigt, dass wir durchaus in diese Liga gehören;  außerdem haben wir eine Menge Spaß zusammen gehabt.
Die Verpflegung durch die Braunschweiger war exzellent und hat sehr hohe Maßstäbe für unser Heimspiel im Januar gesetzt. Auch sonst waren die Spielbedingungen ausgesprochen gut.


Erste und zweite Runde in der 2. Frauenbundesliga West - 2009/10
geschrieben von Maike Janiesch

Am letzten Wochenende, 7. und 8. November, ging für uns die neue Saison 2009/ 10 in der 2. Frauenbundesliga mit einem Doppelspieltag in Wattenscheid  los.
Pünktlich machten wir, Olga, Andrea, Vera, Steffi, Katharina und ich, uns am Samstag auf den Weg nach Bochum, um die ersten Punkte der Saison einzufahren. Da Germaine keine Zeit hatte,  sie hatte an dem Wochenende ihre Trainerprüfung,  war Katharina zum ersten Mal mit an Bord.
In Bochum angekommen wurde als erstes die Unterkunft ins Visier genommen. Wir hatten drei Ferienwohnungen, die top ausgestattet waren und eigentlich auch nicht allzu weit weg  vom Spielort. Allerdings dann doch weiter als angenommen ...
Laut der Vermieterin hätten es nur 10 Minuten zu Fuß zum Spielort sein sollen, was sich  allerdings als nicht ganz realitätsnah erwies … mit einem kleinen Sprint erreichten Katharina und ich jedoch noch pünktlich um 13:45 das Spiellokal, um uns anzumelden und so eine Zeitstrafe zu verhindern.
Gespielt wurde in der Aula der Realschule in Wattenscheid, die sich als sehr guter Spielort erwies. Für Verpflegung war auch gesorgt, von belegten Brötchen bis Kuchen war alles sehr liebevoll zubereitet (kostenlos!). An dieser Stelle noch mal ein Lob an den Ausrichter, für den gelungenen Ablauf des Spieltags.

Vera

Stefanie

Andrea

Olga

Maike

Katharina

So, nun aber zum Schach:

In der ersten Runde erwarteten uns die sehr stark besetzten Wattenscheiderinnen, die mit zu den Favoriten in unserer Gruppe gehören. Mit dem Willen, das Bestmögliche herauszuholen, starteten wir in die Runde.
OLGA stand an Brett 1 nach der Eröffnung eigentlich recht gut, spielte dann aber etwas ungenau weiter, sodass die Stellung nicht mehr so klar war. In starker Zeitnot ließ ihre Gegnerin dann aber eine Figur stehen und gab auf.
Nach dem ich -MAIKE- eigentlich aus der Eröffnung ganz gut rausgekommen war, habe ich dann leider in Zeitnot die Partie eingestellt ... ziemlich ärgerlich, aber der Wille, es am nächsten Tag besser zu machen, war da.
VERA war sich an Brett 3 mit ihrer Gegnerin einig, alles sehr schnell abzuwickeln, so hatten sie beide nach 10 Zügen noch mehr als 1:30 auf der Uhr… (gespielt wird mit 1:30 und 30 Sekunden Aufschlag pro Zug für die ersten 40 Züge und einer halben Stunde für den Rest). Das war also schon eine beachtliche Leistung. Nach einer guten halben Stunde war die Stellung so zugeschoben, dass sie sich friedlich auf Remis einigten (nicht abgesprochen!).
Bei KATHARINA war trotz leicht passiver Stellung lange Zeit ein Remis drin. Letztendlich entschied jedoch der Mehrbauer ihrer Gegnerin im Turmendspiel die Partie zu ihren Ungunsten.
STEFFI wickelte in ausgeglichener Stellung falsch ab und stand danach dann ziemlich schlecht, konnte den Materialverlust nicht mehr verhindern und gab schließlich auf.
ANDREA ist einigermaßen gut aus der Eröffnung gekommen, ist dann jedoch leicht unter Druck geraten, woraufhin nach dem ersten schlechten Zug dann der Figureneinsteller folgte.
Letztendlich verloren wir mit  4½:1½ . Das war erstmal nicht weiter tragisch, da eigentlich schon erwartet. Das wichtige Spiel gegen den direkten Rivalen um den Abstieg, Dortmund, stand erst am nächsten Tag auf dem Programm.
Gestärkt haben wir uns nach der Runde im Food House, wo jeder sich aus großer Auswahl  -griechisch, italienisch, mexikanisch, chinesisch, deutsch – etwas Passendes aussuchen konnte.
Anschließend wurde sich noch schachlich auf den nächsten Tag vorbereitet und in großer Runde „Wetten dass“ geguckt. Mit der Frauenmannschaft kann man das schon mal machen, wenn doch Robbie Williams auftritt! Da steigt doch gleich die Motivation.

Frisch und munter – die Betten waren uuunglaublich weich und toll -  ging es dann am nächsten Morgen in die Runde gegen Dortmund.
Hierbei muss noch erwähnt werden, dass es fast nicht zu der Partie gekommen wäre, da in der Nacht zuvor auf dem Schulgelände ein LKW in Flammen aufgegangen war. Doch die Feuerwehr reagierte schnell, sodass sich das Feuer nicht auf das Gebäude ausbreiten konnte.
Ein Glück für uns, denn so konnten wir den ersten Sieg in dieser Saison einfahren:

An Brett 1 kam OLGA mit der ihr unbekannten Eröffnung nicht so gut zurecht. Sie konnte keinen richtigen Plan finden,  stand sehr passiv und konnte ihre Figuren nicht mehr richtig ins Spiel bringen. Die Partie war dann auch relativ schnell verloren. Das sollte jedoch der einzige Punktverlust an diesem Tag bleiben.
Meine -MAIKE- Partie an Brett 2 wurde wieder in der Zeitnotphase entschieden, diesmal jedoch zu meinen Gunsten. An die neue Bedenkzeitregelung muss ich mich glaub ich echt noch gewöhnen …
VERA hatte im Vorfeld die Order bekommen nicht zu verlieren, entschied sich daher einen Igel aufs Brett zu bringen. Nach 20 Zügen war das Brett wieder zugeschoben, und damit das Soll erfüllt, sie einigten sich friedlich auf Remis.
An Brett 4 hatte Katharina nach der Eröffnung die wesentlich aktivere Stellung und nahm dann den schlecht entwickelten Königsflügel der Gegnerin unter Beschuss, was bereits nach 20 Zügen zum Sieg führte.
An Brett 5 fand wohl die verrückteste Partie an diesem Tag statt. Mit Figur und Turm weniger schaffte STEFFI es dennoch, ihrer Gegnerin ein Remis abzutrotzen.
An Brett 6 gewann ANDREA gegen ihre Gegnerin sehr souverän. Sie hatte sich zwar auf Schottisch vorbereitet, dann aber nicht genau weitergespielt. Nachdem Andrea eine Figur gegen 2 Bauern mehr hatte, übersah ihre Gegnerin dann das Matt.

Somit gewannen wir verdient mit 4:2 gegen Dortmund. Damit ist der erste Schritt in Richtung Klassenerhalt getan.  Und doppelt schön:  alle haben etwas Zählbares eingefahren, keiner von uns ging leer aus!
Es war ein sehr schönes Wochenende, und ich freue mich auf die Saison mit den Mädels. Auf dass wir noch viele weitere Punkte holen.


SAISON 2008/ 09

Bericht zur 6. und 7. Runde der 2. Frauen-Bundesliga-West
Von Andrea Wenke

Die 6. und 7. Runde der 2. Frauenbundesliga fand am 07. und 08. März in Kiel in der Aula der Max-Planck-Schule statt. Das war ein großer Spielraum mit viel Platz. Die Kieler hatten auch an Verpflegung sehr gut aufgetischt mit Kuchen, Brötchen, Würstchen, Getränke und das alles kostenlos. Dafür sei an dieser Stelle noch einmal mein herzlicher Dank ausgesprochen!
An diesem Wochenende ging es für uns um den Klassenerhalt. Wir mussten auf jeden Fall am Sonntag gegen Lehrte 2 gewinnen um die Klasse zu halten.
Gegen Kiel haben wir uns  nicht viel ausgerechnet, aber das war auch nicht so wichtig wie das Spiel gegen Lehrte 2.

Doppelbauer Kiel – Delmenhorster SK am 07.03.09

Nachdem wir uns früh morgens auf den Weg in den hohen Norden gemacht haben, kamen wir früh genug in Kiel an. Wir wurden pünktlich um 14 Uhr begrüßt und der Schiedsrichter gab dann die 6. Runde frei.
Am ersten Brett bei uns spielte Olga Kozlova mit Weiß gegen die amtierende Deutsche Meisterin Luba Kopylova. Die Partie war normal und nicht besonders spannend. Olga hat in der Eröffnung recht wenig erreicht und zum Schluss war es von Schwarz ausgeglichen. Eigentlich sollte es im Damen-Endspiel Remis enden, aber leider schaffte Olga in Zeitnot den letzten Zug nicht.

Am zweiten Brett spielte Germaine Helene Kickert gegen Alina Rath. Während der Eröffnungsphase erhielt Germaine eine etwas schlechtere, passive Stellung. Doch dann fand sie einen Weg ihre Gegnerin einzuengen und fast sämtliche ihrer Figuren zu lähmen. Da ihre Gegnerin nun Schwierigkeiten hatte überhaupt eine Figur zu finden, die noch ziehen konnte, machte sie doch glatt nach einigen Zügen einen Fehler, der sie die Qualle kostete. Germaine kniete sich nun mit neu geschöpfter Hoffnung und nur wenigen Minuten für fast zwanzig Züge erneut in die Stellung hinein und machte in der nun relativ offenen Stellung das Unmögliche möglich. Im 37. Zug (sie hatte nur noch 1.5 Minuten) gab ihre Gegnerin auf, da sie keine Rettung mehr für sich finden konnte.

Am dritten Brett spielte Vera Kohls gegen Maria Franzenburger. Sie kam mit leichtem Positionsvorteil gut aus der Eröffnung. Diesen Vorteil behielt sie während der gesamten Partie. Als ihre Gegnerin zunehmend unter Zugzwang geriet, stellte sie einzügig einen Turm ein und gab sofort auf. Das war unser erster Punkt für heute. Am vierten Brett spielte Stefanie Strodthoff gegen Ursula Hielscher. Steffi gewann recht früh einen Bauern, und etwas später noch einen zweiten. Zum Schluss nach ca. 4 Stunden erreichte sie mit einem Spieß den Damen- und gleichzeitigen Partiegewinn. Somit stand es 3 zu 2 für uns.

Am fünftem Brett spielte Ulrike Schlüter gegen Marte Benzen. Ulrike hat positionell schlecht gespielt und bei einer Abwicklung einen Fehler gemacht, so dass ein Bauer weg war. Die Springer ihrer Gegnerin hatten gute Felder. Die Stellung war die ganze Zeit über gedrückt und Ulrike hatte keinen richtigen Gegenplan, so dass sie als drittes fertig war und sich geschlagen geben musste.

Am sechsten Brett spielte ich, Andrea Wenke, gegen Sabrina Schlüter. Nach der Spanischen Eröffnung sah meine Stellung nicht besonders gut aus, da ich nicht zur Rochade kam, hatte ich erhebliche Probleme. Aber irgendwie hab ich es geschafft mich da wieder rauszulügen und kam in ein Damenendspiel mit gleich vielen Bauern. Ich hatte die letzte Partie und musste bei einem Spielstand von 3zu 2 für uns, nur noch ein Remis holen. Nachdem wir die Zeitkontrolle hinter uns hatten und meine Gegnerin eigentlich kein Remis mehr machen durfte, bekamen wir dreimal die gleiche Stellung auf´s Brett. Und da wir morgens im Auto noch darüber gesprochen hatten, konnte ich das auch richtig auf Remis reklamieren.

Damit hatten wir nach ca. 4,5 Stunden gegen Kiel einen Überrschungssieg erreicht und waren für den Kampf gegen Lehrte 2 insofern entlastet, dass uns ein Unentschieden reichte.
Anschließend fuhren wir zu unseren Ferienwohnungen und danach gingen wir im Bahnhof beim Mexikaner schön Essen. Dann haben wir uns noch in der Wohnung auf den nächsten Tag schachlich vorbereitet. Wir wussten ja schließlich mit welcher Aufstellung Lehrte heute gespielt hatte und gingen davon aus, dass sich daran nicht viel ändern würde.

Delmenhorster SK – SK Lehrte 2 am 08.03.09

Wir sind morgens um 7 Uhr aufgestanden, und haben alle gemeinsam gefrühstückt, um dann gestärkt und gut vorbereitet unseren letzten entscheidenden Kampf anzutreten. Als wir am Spielort ankamen, erlebten wir eine große Überraschung. Lehrte 2 hatte die Aufstellung geändert. Die Vorbereitung bei den ersten vier Brettern kam also nicht mehr hin, und wir hätten den Abend zuvor schöner verbringen können. Nun ja, aufregen und sich ärgern nützte ja nichts. Also ran an die Bretter und auf in den letzten Kampf für diese Saison.
Wir hatten die gleiche Aufstellung wie am Tag zuvor. Olga an eins, Germaine an zwei, Vera an drei, Steffi an vier, Ulrike an fünf und ich, Andrea, an sechs.

Vera
spielte gegen Monika Braje. Die Partie fing nicht besonders gut für sie an und sie geriet in eine unangenehme Stellung. Ihre Gegnerin lehnte ein Remis-Angebot zu dem Zeitpunkt verständlicherweise ab. Nach einer Ungenauigkeit verlor Vera sogar eine Qualität und hatte die Partie innerlich schon abgehakt. Als dann die Gegnerin eine Figur einstellte, was auch zum Verlust der Partie führte und zu unserem ersten Punkt für heute.

Olga erreichte eine gute Stellung und ihre Gegnerin, Barbara Michalek, bereitete ihr keine Probleme. Das Endspiel war für Olga sehr angenehm und sie setzte ihre Gegnerin Schachmatt.

Steffi spielte gegen Henrike Kay (Jahns). Und ihre Gegnerin spielte ziemlich passiv, was Steffi sehr dazu verhalf auch diese Partie zu gewinnen. Somit hatten wir nach ca. 3,5 Stunden unser Ziel schon erreicht und führten 3 zu 0.

Die übrigen drei Partien konnten nun ganz entspannt weiter spielen. Ulrike hatte gegen Christina Siekmann die Russische Eröffnung auf dem Brett und stand nach der Eröffnung auch ganz ok. Danach spielte sie allerdings nicht aktiv genug und bekam dadurch einen schwachen Bauern, den sie in Zeitnot einstellte. Damit ging dann leider auch die Partie verloren.

Ich, Andrea, spielte gegen Jessica Flauss und opferte in der Anfangsphase einen Bauern für einen Königsangriff, der aber leider nicht zum erwarteten Erfolg führte. Die Partie endete in einem ungleichfarbigen Läuferendspiel, welches jedoch von zwei starken Frei- und Mehrbauern der Gegnerin beherrscht wurde. Somit konnte ich den Sieg meiner Gegnerin nicht mehr verhindern.

Germaine spielte gegen Olesja Taranjuk und hatte die letzte Partie. In der Eröffnung bekam sie es mit Caro-Kann zu tun. Nach nur etwas mehr als 10 Zügen begann die Partie bereits taktisch zu werden und sie versuchte einen Königsangriff zu starten. Germaine machte ein verfrühtes Bauernopfer. Ihre Gegnerin erlangte die Initiave, da Germaine damit beschäftigt war ihren vergeudeten Bauern wieder zurück zu gewinnen. Natürlich kam Germaine wieder einmal in Zeitnot, was dieses mal noch unangenehmer war, da ihr Königsflügel unter erheblichen Druck stand und die Stellung sehr taktisch war. Sie schaffte es aber ihre Verteidigung einigermaßen zusammenzuhalten bis ihre Gegnerin wie durch ein Wunder zwei Züge vor der Verlängerung eine Figur einstellte. Nach einer kurzen Erholungsphase konnte sie auch gelassen das Remisangebot ihrer Gegnerin ablehnen um zu versuchen die Stellung doch noch zum Sieg zu führen, was dann nach einiger Zeit auch gelang.

Gegen 14 Uhr stand dann unser 4 zu 2 Sieg gegen Lehrte 2 fest. Wir alle haben uns natürlich riesig über dieses erfolgreiche Wochenende und unseren Klassenerhalt gefreut. Und konnten uns dann frohen Mutes auf den Heimweg machen.
Vielen Dank noch mal an Sven, der uns die gesamte Saison kräftig unterstützt hat und immer an unserer Seite war.
Wir sind sehr gespannt auf die nächste Saison und hoffen, dass wir auch dann wieder den Klassenerhalt schaffen können.


Bericht zur 5. Runde der 2. Frauen-Bundesliga-West
Von Ulrike Schlüter
2. Frauen-Bundesliga  SC Steinfurt – Delmenhorster SK   6-0

Am 4. Adventssonntag stand für die Frauenmannschaft noch das schwere Auswärtsspiel gegen unseren Reisepartner SC Steinfurt (bei Münster) auf dem Programm. Leider konnte Olga nicht mitwirken, dafür stand uns aber erstmals in dieser Saison Maike zur Verfügung, Maike arbeitet gerade ein Jahr als Aupair-Mädchen auf Teneriffa, hatte ihren Weihnachtsurlaub aber glücklicherweise so gelegt, dass ihr Flieger am Samstagnacht in Hannover landete. Dann schnell noch ein paar Stunden schlafen und schon ging es los.
Zu allem Unglück erwischte dann aber Vera Samstagnacht eine Grippe, die es ihr unmöglich machte, mit nach Steinfurt zu fahren.
Wir machten uns dann also um 8.30 Uhr am Sonntagmorgen nur zu Fünft auf den Weg nach Steinfurt, allerdings in der festen Absicht, uns so gut wie möglich zu verkaufen und zumindest ein paar halbe oder ganze Brettpunkte zu ergattern.
Leider lief an dem Tag aber nicht viel zusammen, kaum einer zeigte am Brett eine gute Leistung, so dass wir verdient hoch verloren. Den Anfang machte ich (Ulrike) an Brett 5: mit Weiß hatte ich erneut die slawische Abtauschvariante auf dem Brett und nach der Eröffnung eine ausgeglichene Stellung erreicht. Dann vergaß ich aber einen Zwischenzug, der mich das Läuferpaar kostete und mir zudem einen rückständigen Bauern auf e3 einbrachte. Im Bemühen den Bauern zu verteidigen gab ich eine Qualität gegen einen Bauern, letztlich war die Stellung aber nicht mehr zu halten.
Als nächstes erwischte es Andrea, die mit Schwarz einen Spanier auf dem Brett hatte und sich zunächst auch geschickt verteidigte. Als sie einen Einschlag auf f7 übersah, musste auch sie ihrer Gegnerin zum Sieg gratulieren.
Auch bei Stefanie an Brett 3 verlief die Eröffnung ausgeglichen, dann kam die Gegnerin aber zu einem starken Königsangriff und konnte mit einem Springeropfer eine kleine Kombination einleiten, die Steffie zur Aufgabe zwang. Da wir Brett 2 (Vera) ja freilassen mussten, hatten wir den Kampf damit verloren, die Stellungen von Maike (Brett 4) und Germaine (Brett 1) waren aber ausgeglichen, so dass wir zumindest noch auf einen Brettpunkt hoffen durften.
Maike stellte dann aber im Bemühen die Stellung zu vereinfachen einen Bauern ein und verlor das anschließende Turmendspiel.
Spannender war es bei Germaine, die wieder einmal in hochgradiger Zeitnot war. Mit dem 40. Zug erreichte sie eine dreimalige Stellungswiederholung und bot ihrer Gegnerin auch Remis, was aber abgelehnt wurde. Leider versäumte sie es in der Hektik, korrekt beim Schiedsrichter zu reklamieren, so dass die Partie fortgesetzt werden musste. Ihre Gegnerin (WFM Apkhaidze, Natia) wollte auch beim Stande von 5-0 die Partie unbedingt noch gewinnen. Auf dem Brett tat sich allerdings nicht viel, so dass nach fast 6 Stunden Spielzeit nahezu die gleiche Stellung wie nach 40 Zügen auf dem Brett war. Letztlich war dann die Zeit von Germaine etwas schlechter (als ihr Blättchen fiel verblieben ihrer Gegnerin noch 2.30 Minuten). Eine wirklich ärgerliche Niederlage und Germaine war natürlich ziemlich traurig.
Zum Abschluss gingen wir in Steinfurt noch eine Pizza essen und nahmen uns fest vor, einen der letzten beiden Kämpfe gegen Doppelbauer Kiel oder Lehrte unbedingt zu gewinnen und damit den Klassenerhalt doch noch zu schaffen! Um 18.30 Uhr machten wir uns dann endlich auf den langen Heimweg.

An dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön an Sven, der uns nach Steinfurt gefahren hat und dann auch noch die ganzen schlechten Partien analysieren durfte!


Bericht zur 3. und 4. Runde der 2. Frauen-Bundesliga-West
Von Andrea Wenke

Die 3. und 4. Runde fand am 06. und 07. Dezember im Delmenhorster Hotel Thomsen statt. Wir hatten also zwei Heimspiele.
Als Gäste waren die Mannschaften vom SC Steinfurt, SV Medizin Erfurt und SC Braunschweig-Gliesmarode angereist.
Unser zuständiger Schiedsrichter war Rüdiger Schäfer aus Norderstedt. Getränke hatte freundlicherweise das Hotel Thomsen
zur Verfügung gestellt, und der kleine Hunger konnte mit einem selbstgebackenen Stück Kuchen gestillt werden.

3. Runde: Delmenhorster SK – SC Braunschweig-Gliesmarode
Samstag, 06.12., 14 Uhr
Zum ersten Mal hatten wir unsere Spitzenspielerin, die Internationale Meisterin Olga Kozlova, als Verstärkung am ersten Brett eingesetzt. Leider wurde uns hier ein Strich durch die Rechnung gemacht, denn die Braunschweigerinnen traten nur zu fünft an und ließen das erste Brett frei. Kozlova gewann also kampflos, doch die verhaltene Freude darüber sollte nicht allzu lange anhalten.

Germaine Kickert am zweiten Brett, eine von zwei möglichen Gastspielerinnen von anderen Vereinen (SV Jever), geriet in eine vorbereitete Eröffnungsfalle. Ihre Kontrahentin, Bettina Blübaum, verschaffte sich dadurch eine komfortable Stellung und eroberte einen Bauern. Dem sich weiter verstärkenden Druck musste sich Kickert früh beugen.
Die Braunschweigerinnen hatten ausgeglichen, aber ihr Siegeszug setzte sich ungebremst fort.
An Brett 3 kämpfte Vera Kohls gegen Johanna Blübaum lange auf verlorenem Posten, nachdem sie eine Leichtfigur gegen einen Bauern geben musste.

Dafür war es um Christa Gutknecht, unsere zweite Gastspielerin (SF Lilienthal), am vierten Brett gut bestellt. Sie hatte ihrer Gegnerin, Ines Opaskas, Material abnehmen können und Raumgewinn erzielt. Mit zunehmender Spieldauer (insgesamt waren
es hier 5 Stunden) schlichen sich jedoch Konzentrationsmängel bei der Delmenhorsterin ein, sodass auch diese Partie unerwartet verloren ging.

Stefanie Strodhoff an Brett 5, konnte den schwarzen Anfangsnachteil noch ausgleichen. Doch dann gelang es ihrer Gegnerin Laura Günnigmann, sich einen Vorteil zu erspielen und diesen ständig auszubauen. Damit zeichnete sich bereits eine weitere Verlustpartie ab. Ulrike Schlüter am sechsten Brett bekam glücklicherweise sogar ihre vorbereitete Variante aufs Brett und erzielte eine solide Stellung.
Ein Remisangebot kam aber aufgrund des Matchverlaufs nicht in Frage, um wenigstens Brettpunkte zu erzielen.Doch Dr. Susanne Steiner erwies sich als die bessere Endspieltechnikerin, so dass auch Schlüter sich ihrer Gegnerin beugen musste.
Fazit: Die Niederlage der Delme-Frauen war enttäuschend und mit 1:5 sicher zu hoch ausgefallen

4. Runde: SV Medizin Erfurt – Delmenhorster SK
Sonntag, 7.12., 09 Uhr
Mit dem derzeitigen Tabellenführer stand den Delmenhorster Frauen eine wirklich sehr starke Mannschaft gegenüber, die an drei Brettern sogar FIDE-Meisterinnen aufgeboten hatte.Das Motto für heute sollte daher sein: „Jeder Brettpunkt zählt“ und
„Wir möchten zumindest einen Ehrenpunkt machen“. Da Olga Kozlova heute nicht antreten konnte, hatten die Erfurterinnen tatsächlich auch ein leichtes Spiel.
An den unteren vier Brettern konnten sich die starken Thüringerinnen erwartungsgemäß durchsetzen:
3 Hannes, Diana            1 : 0      Gutknecht, Christa
4 Troyke, Doreen          1 : 0      Strodhoff, Stefanie
5 Umpfenbach, Caroline 1 : 0     Schlueter, Ulrike
6 Grohmann,Katrin        1 : 0      Wenke, Andrea

Der Ehrenpunkt für die Niedersachsen setzte sich aus zwei Remisen zusammen:
Überraschenderweise konnten sich sowohl Germaine Kickert an Brett 1 als auch Vera Kohls an Brett 2 gegen die FIDE-Meisterinnen Varvara Anisheva und Kristin Müller-Ludwig behaupten – eine beachtliche Leistung.
Nach dieser weiteren hohen Niederlage stehen die Frauen des DSK mit 1:5 Mannschaftspunkten in der Tabelle der 2. Bundesliga-West auf dem zweitletzten Platz.
Die 5. Runde bestreiten die DSK-Frauen am 21. Dezember beim SC Steinfurt.


Bericht zur 1. und 2. Runde von Andrea Wenke

Am 08. + 09. November hatten wir die ersten beiden Mannschaftskämpfe für diese Saison in der 2. Frauen-Bundesliga. Der Verein SC Steinfurt hatte zu sich eingeladen. Wir haben dort einen sehr schönen, großen Spielsaal im Rathaus gehabt sowie eine gute und günstige Verpflegung während der Runden.
Zum Schachlichen hatten wir vorweg schon soweit damit gerechnet, dass wir in der 1. Runde gegen SV Wattenscheid, die immerhin an den ersten 6 Brettern alle über 2000 Elo haben, wohl keine großen Chancen auf einen Mannschaftspunkt haben. Umso größer waren unsere Hoffnungen in der 2. Runde gegen SV Erftstadt.

1. Runde: Delmenhorster SK – SV Wattenscheid 2,5 – 3,5
Der SV Wattenscheid hatte zu unserem Glück nicht die besten 6 Spielerinnen eingesetzt, sondern die an 3 und an 5 gesetzten ausgelassen, so dass unsere Chancen auf Brettpunkte (denn jeder Brettpunkt kann am Ende ja entscheidend sein) gestiegen waren. Trotzdem waren uns die Gegner an allen Brettern, zumindest von der ELO/DWZ her, überlegen bzw. weit überlegen. Vera kam durch eine nette Kombination an Brett 2 in Materialvorteil und stand ganz gut da. Die Gegnerin kam dazu auch noch ein wenig in Zeitbedrängnis. Allerdings kämpfte Vera die Partie aus gesundheitlichen Gründen nicht aus und gab diese Remis. In der Zwischenzeit hatte sich an Brett 3 bei Stefanie und an Brett 5 bei Andrea leider schon der große Unterschied der Spielstärke bemerkbar gemacht. Beide hatten bereits etwas an Material weniger. Ulrike an Brett 4 und Petra an Brett 6 gelang es zu unserer Überraschung, ihren Gegnerinnen jeweils einen halben Punkt zu entlocken. Damit hatten wir schon 1,5 Punkte und bei Germaine an Brett 1 stand es noch ausgeglichen zu diesem Zeitpunkt.

Stefanie und Andrea haben ihren Materialnachteil nicht mehr durch irgendwelche Kombinationen wieder gut machen können, und mussten sich leider geschlagen geben. Germaine hingegen behielt in der letzten Partie auch während der Zeitnotschlacht den besseren Durchblick und zwang ihre Gegnerin kurz  nach der Zeitkontrolle zur Aufgabe. So sind wir zu unserem knappen Verlust gekommen. Insgesamt gesehen aber doch für uns ein erfolgreicher Start in die Saison, nachdem wir uns gegen Wattenscheid nicht viel ausgerechnet hatten. Außerdem hatten wir noch einen erfreulichen Ausblick für den nächsten Tag, denn die Mannschaft vom SV Erftstadt ist zur 1. Runde nur zu fünft angetreten, wobei auch die Nummern 12 und 14 der Setzliste gespielt haben. Das ließ uns für den nächsten Tag auf jeden Fall gutes hoffen.
2. Runde: SV Erftstadt – Delmenhorster SK 3 – 3
Ausgeschlafen und voller froher Hoffnungen begannen wir den 2. Tag. Während unseres gemeinsamen Frühstücks haben wir nochmals besprochen, dass wir heute unsere ersten Mannschaftspunkte holen wollten.
Was im Normalfall bei der Aufstellung des SV Erftstadt auch sehr gut möglich war, denn sie traten nur mit zweien von den ersten 6 an. Aber immerhin waren sie gegen uns komplett mit 6 Leuten. Wobei wir von Brett 3 bis Brett 6 die bessere DWZ hatten. Die ersten beiden Bretter waren eher schwierig. Petra hat an Brett 6 souverän und auch recht schnell gewonnen. Andrea an Brett 5 hat leider zu Beginn einen sehr groben Fehler gemacht und eine ganze Figur eingestellt, sich aber anschließend wieder gut aus der Affäre gezogen und ihre Gegnerin sogar Matt setzten können. Nachdem dann Stefanie an Brett 3, die bereits eine Figur und einen Bauern mehr hatte, mit dem nächsten Sieg auftrumpfen konnte, sah alles nach einem Sieg für uns aus. Wir führten also recht schnell mit 3:0. Damit hatten wir einen Mannschaftspunkt schon definitiv sicher und wir haben alle gehofft, dass zumindest noch ein halber oder ganzer Brettpunkt für den Mannschaftssieg dazu kommt. Leider sollte uns das aber nicht gelingen. Vera an Brett 2 gab ihr ausgeglichenes Endspiel noch aus der Hand. Und Germaine an Brett 1 konnte leider auch nicht gegen die sehr starke FM Gundula David bestehen. Ulrike an Brett 4 stellte unnötigerweise eine Figur ein, anstatt einen Bauern zu gewinnen, kämpfte aber trotzdem noch tapfer weiter, bis wirklich keine Chance mehr bestand. Somit hatten wir nun gegen SV Erftstadt leider nur ein Mannschaftsunentschieden. Ein wenig geknickt, weil wir wirklich gute Chancen auf einen Sieg hatten, machten wir uns dann wieder auf den Heimweg.

RÜCKBLICK auf die 2. BUNDESLIGA, Saison 2005/06

Bei strahlendem Sonnenschein machten wir uns auf den weiten Weg nach Potsdam, das viel schöner und viel größer war, als wir dachten.
Nachdem wir unsere sehr ansprechende Unterkunft endlich gefunden hatten (aufgrund von Baustellen und Einbahnstraßen war das nicht so leicht), machten wir uns gleich auf erneute Suche: Zum Spiellokal, das uns sehr beeindruckte. Dank auch für die hervorragende Organisation!

Vor den Spielen guter Dinge:
Andrea, Vera, Stefanie, Ulrike, Germaine und Petra ...
Analyse: Germaine gab alles,
musste sich aber gegen ihre nominell weit stärkere Gegnerin
nach sehr langem Kampf doch geschlagen geben.

... aber auch nach den verlorenen Kämpfen gegen Rüdersdorf
und Potsdam immer noch fröhlich, ...

... ebenso wie Claudia.
Sie kam gegen Kiel zum Einsatz.