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Delmenhorster Schachklub von 1931 e.V.

Überraschungen und knappe Entscheidungen

Stadtmeisterschaft
Holger Klattenhoff

Delmenhorst, März bis April 2026 – Die Stadtmeisterschaft im Schach mit 17 Teilnehmern bot in diesem Jahr ein besonders packendes Turnier. Vom Anfang März bis Ende April kämpften die besten Spieler:innen der Region in 9 Runden nach dem Schweizer System um den Titel. Besonders zwei Momente prägten die Meisterschaft: die überraschende Niederlage des dominierenden Favoriten gegen den Turnierleiter Holger Klattenhoff und der krankheitsbedingte Ausfall eines Mitfavoriten.

Der dominierende Favorit Giorgi Chokhonelidze

Giorgi Chokhonelidze, einer der stärkeren Spieler der Region, galt von Anfang an als Top-Favorit. Mit einer makellosen Bilanz in den ersten Runden schien der Titel bereits sicher. Doch in der 5. Runde kam die Sensation: Chokhonelidze verlor gegen Turnierleiter Holger Klattenhoff – ein Spieler, der sonst eher im Hintergrund agiert, aber in dieser Partie eine meisterhafte defensive Leistung zeigte. Klattenhoff setzte auf eine Mauer aus Beton, eine solide Verteidigung, die Chokhonelidze zunächst in die Defensive drängte. Doch dann, nach einem taktischen Fehler des Favoriten, nutzte Klattenhoff die Chance und spielte sich zum überraschenden Sieg. Dieser Moment sorgte für Gänsehaut im Saal und machte die Meisterschaft von da an noch spannender.

Krankheitsbedingter Ausfall vor dem vorletzten Spieltag

Leider musste der punktgleiche Mitfavorit Lukas Malte Monnerjahn nach der 6. Runde den vorletzten Spieltag krankheitsbedingt absagen. Damit verpasste er die Chance, in den letzten Runden noch entscheidend ins Geschehen einzugreifen. Ein herber Rückschlag für den Mitfavoriten, der bis dahin zu den stärksten Spielern zählte und mit seinem Ausfall die Dynamik des Turniers weiter beeinflusste.

Spannung bis zur letzten Runde

Durch das Schweizer System mit 9 Runden blieb die Spannung bis zum Schluss erhalten. Besonders in den letzten Runden entwickelte sich ein enges Rennen um die Plätze 2 bis 6, in dem gleich mehrere Spieler:innen punktgleich lagen. Selbst in der 8. Runde gab es noch keine klare Entscheidung, und die Spannung stieg mit jedem Zug.

Finale Entscheidung: Giorgi Chokhonelidze holt sich den Sieg

Nach der überraschenden Niederlage gegen Holger Klattenhoff in Runde 5 kämpfte sich Giorgi Chokhonelidze zurück und zeigte in den folgenden Runden konstante Klasse. Überraschenderweise stand der Sieger der Meisterschaft bereits nach der 7. Runde fest: Chokhonelidze hatte sich mit einer überzeugenden Leistung einen so großen Vorsprung erarbeitet, dass selbst ein Remis in der letzten Runde nichts mehr an seiner Spitzenposition änderte.

In der 9. Runde lieferte Lukas Malte Monnerjahn eine starke Leistung ab und sicherte sich mit einem überzeugenden Sieg den 2. Platz – ein respektables Ergebnis für den Mitfavoriten, der trotz des verpassten vorletzten Spieltags noch einmal kämpferisch zurückkehrte und damit seine Klasse unter Beweis stellte. Dritter wurde überraschend Holger Klattenhoff vor Thorsten Thimm, ebenfalls punktgleich, welcher leider aufgrund der schlechteren zweiten Feinwertung nur den 4. Platz belegte.

Besondere Leistungen im Turnier

  • Beste FrauUlrike Schlüter zeigte mit 4,5 Punkten eine starke Leistung und belegte den 8. Platz.

  • Beste NewcomerinNurgül Uz erreichte ebenfalls 4,5 Punkte und landete auf dem 9. Platz.

  • Bester NewcomerMichael Elver überzeugte mit 4 Punkten und erreichte den 12. Platz.

  • Mitfavorit Maksym Borshchov spielte ein starkes Turnier und belegte mit 5,5 Punkten den 6. Platz. In der letzten Runde hatte er jedoch Pech: In einer anfangs ausgeglichenen Partie verlor er unglücklich seine Dame und verpasste damit die Chance auf einen noch besseren Platz.

Link zur Endrangliste und allen Einzelergebnissen

Fazit: Ein Turnier voller Überraschungen

Die Delmenhorster Schachmeisterschaft 2026 bot hochklassigen Schachgenuss, unerwartete Wendungen und eine atmosphäregeladene Schlussrunde. Besonders die Niederlage des Top-Favoriten Giorgi Chokhonelidze in Runde 5 gegen Turnierleiter Holger Klattenhoff – nach einer meisterhaften Defensivleistung und einem späten Sieg – und der krankheitsbedingte Ausfall von Lukas Malte Monnerjahn bleiben als entscheidende Momente in Erinnerung. Die frühe Entscheidung um den 1. Platz, das enge Rennen um die Plätze 2 bis 6 und die herausragenden Leistungen der Newcomer, der besten Frau und von Maksym Borshchov unterstreichen einmal mehr, dass im Schach jeder Zug und jede Absage zählen kann – und dass selbst die besten Spieler:innen nicht vor Überraschungen gefeit sind.